Hebräerbrief 5,12-14

Ihr seid nun schon so lange Christen und solltet eigentlich andere lehren. Stattdessen braucht ihr jemanden, der euch noch einmal die Grundlagen von Gottes Wort beibringt. Ihr seid wie Säuglinge, die nur Milch trinken, aber keine feste Nahrung essen können. Ein Mensch aber, der sich von Milch ernährt, ist im Leben noch nicht sehr weit fortgeschritten und versteht nicht viel davon, was es heißt, das Richtige nach Gottes Wort zu tun.  Feste Nahrung dagegen ist für die Menschen, die erwachsen und reif sind, die aufgrund ihrer Erfahrung gelernt haben, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.“ (NLB)

Der Autor des Hebräerbriefes wollte darauf hinweisen, dass Jesus genug ist und dass man sich selbst um die Stärkung seines Glaubens kümmern muss. Nicht von außen „heran füttern“ zu lassen. Nur wenn man fest im Glauben ist, kann man auch Verfolgungen (denen die damaligen hebräischen Christen besonders ausgesetzt waren) durchstehen. – Und haben wir heute etwa keine Krisen, in denen wir standhaft sein müssten?!?

Auch heute glauben zu wenige Christen (besonders hier im Westen), dass Jesus alles ist, was wir wirklich brauchen. Sie beschäftigen sich zu wenig mit Gottes Wort. Überhaupt, sie kommen zu selten in Gottes Gegenwart. Allem anderen wird viel mehr Gewichtung gegeben. Doch alles sind nur Dinge oder Vergänglichkeiten. Die Ablenkungen, die wir im friedlichen Westen haben, wie auch die überhöhte Arbeitsbelastungen sorgen dafür, dass fast immer die Zeit mit Gott gekappt wird, um alles andere noch erledigen, Deadlines einhalten oder dieses oder jenes Treffen einrichten zu können. Lediglich wenn Probleme auftauchen, erinnert man sich daran, dass man Gott braucht.

In Exodus (2. Mose) 19 kann man lesen, dass Moses in die Gegenwart Gottes kommen durfte, das Volk Israel es allerdings bevorzugte, dies nicht zu tun und Moses vorschickte (wobei es an einer späteren Stelle auch strikt verboten wurde, an den Berg Sinai zu kommen). So viel anders ist es heute auch nicht. Dem Pastor, den Autoren von Andachtsbüchern oder Predigern im Internet wird diese Rolle zugeschrieben. Man kann sich dann beschweren, wenn die Predigt nicht in das eigene Leben hinein sprach oder anspruchsvoll genug war. Aber selbst die Bibel studieren? Im Gebet Zeit mit Gott verbringen?

Nur wenn ich mir selbst die Zeit nehme, kann Gottes Wort wirklich in mein Leben hinein sprechen. Das kann kein anderer für mich machen.

Mit diesem Blogbeitrag fordere ich Sie auf, sich selbst in Gottes Gegenwart zu begeben. Sich Predigten anzuhören, Andachtsbücher/Losungen zu lesen sind alles gute Dinge, aber sie ersetzen auf gar keinen Fall das eigene Bibelstudium, das Gebet und die stille Zeit mit Gott (so dass Gott auch mal eine Chance hat, zu Wort zu kommen). – Sich mit anderen Christen zu treffen ist auch sehr wichtig. Die Gemeinschaft der Christen ist durch nichts zu ersetzen. Doch hier will ich mich auf die persönliche Zeit mit Gott konzentrieren.

Es gibt viele Bücher zu diesem Thema. Hier sind zwei Empfehlungen (dies ist nicht gesponsort):
Effektives Bibelstudium von Gordon D. Fee und Douglas Stuart
Dem Wort Gottes auf der Spur von Ulrich Wendel (Hrsg.)
Wenn Englisch kein Hinderungsgrund für Sie ist, empfehle ich die „Bible Time“ Videos von Ashley und Taylor von Coffee & Bible Time

Es gibt unterschiedliche Arten und Wege, wie man die Bibel studieren kann. Es gibt kein richtig oder falsch. Denn jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen Lernmethoden. Es gibt u. a. sensitive (die alles erfühlen müssen), auditive (hören), visuelle Lerntypen. Und meistens sind wir eine bestimmte Mischung aus all diesen Typen. Daher muss man sich umschauen und umhören, welche Möglichkeiten es gibt und was einen persönlich eher anspricht.

Wofür Sie sich auch immer entscheiden – wie gesagt, es gibt eine Fülle an Büchern und bei YouTube gibt es bestimmt auch noch weitere Videos zu diesem Thema. Ansehen, reinschnuppern, ausprobieren. Es kann auch sein, dass eine Lern-/Bibelstudiummethode heute absolut genial ist und in ein paar Monaten oder Jahren muss eine andere Methode angewandt werden, weil man sich verändert hat. Das ist normal und in Ordnung.

Wichtig ist lediglich, dass man die Zeit mit Gottes Wort nicht nur abarbeitet, sondern sich wirklich Zeit dafür nimmt. Lieber nur einmal in 5 Jahren die ganze Bibel durcharbeiten, dafür aber intensiv studieren statt nur einfach in einem Jahr alles zu lesen, jedoch Gott nicht richtig kennen zu lernen. Und nicht vergessen, auch Zeit für das Gebet und die stille Zeit mit Gott einzuplanen. Ob das nun ganz früh am Morgen ist, wenn die Kinder oder der Partner noch schlafen oder am Nachmittag oder am Abend, ist Ihnen überlassen. Doch sie sollten in dieser Zeit noch aufnahmefähig sein und diese Zeit nicht wegen irgendwelcher Notfälle Zuhause, im Büro oder sonst etwas sausen lassen.

Werden Sie ein erwachsener, reifer Christ, der durch die feste Zeit mit Gott lernt, dass Jesus, dass Gott alles ist, was er wirklich braucht.

Gott ist genug!

Geistliche Lasten

Geistliche Lasten sind Verhaltensweisen, die einen Christen von Gott trennen (und bei denen sich selbst bei Atheisten das schlechte Gewissen melden kann), zum Beispiel:

  • Leeres Gerede
  • Verachtung anderer
  • Lügen / üble Nachrede
  • Übertretung des Gesetzes (ob nun der zehn Gebote oder weltlichen Gesetze)
  • Ungerechtigkeit (andere schlecht behandeln, physisch/psychisch/verbal)
  • Verführung
  • Unterlassung (Hilfeleistung, Ermutigung, Ermahnung)

Diese Beispiele, die auch in der säkularen Welt (also bei Nicht-Christen) als negativ angesehen werden, werden in der Bibel eindeutig als Sünden bezeichnet. Und ich weiß, dass ich schon als Atheistin in vielen Situationen nicht begeistert war, wenn ich merkte, dass ich mich der einen oder anderen Sache ‚schuldig‘ gemacht hatte. Heute ist das nicht anders, es macht mich traurig. Manchmal lässt man sich mitreißen. Manchmal fängt man selbst an. Es kommt immer auf die Situation an. Das Endergebnis ist jedoch immer gleich: Es ist einfach falsch. Und es liegt danach wie eine Last auf der Seele (auch bei Nicht-Christen). Zudem wird man mit der Zeit durch falsches Verhalten leichter zornig. Verbitterung macht sich im Inneren breit und nach und nach frisst es einen von innen heraus auf. Die Ursachen, die zu all diesem falschen Verhalten führen sind so unterschiedlich wie wir Menschen und unsere Umstände unterschiedlich sind. Außerdem ist es oft ein schleichender Prozess, bei dem einem erst gar nicht bewusst wird, dass man in eine negative Spirale hinabrutscht.

Bestenfalls hat man ein schlechtes Gewissen, wenn einem das eigene falsche Verhalten (sofort oder irgendwann) bewusst wird. Man fühlt sich unwohl und hofft, dass niemand davon erfährt. Für Sünden / falsches Verhalten schämen wir uns. Wir versuchen sie zu vertuschen, Ausreden zu finden, sie zu verniedlichen – sprich, sie klein zu reden.

In der Studienbibel „Begegnung fürs Leben„, Neues Leben-Bibelübersetzung, steht bei Matthäus 12, 28-30: Dann sagte Jesus: ‚Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken. Nehmt mein Joch auf euch. Ich will euch lehren, denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. Denn mein Joch passt euch genau, und die Last, die ich euch auflege, ist leicht.'“

Egal, welchen Familienstatus wir haben, welche Platz wir am Arbeitsplatz haben, ob wir Kinder haben oder nicht, ob wir viel Verantwortung für Kunden, Mitarbeiter, Familienangehörige, Tiere oder Funktionen in Ehrenämtern zu tragen haben, ob wir gesund sind oder unsere Gesundheit – wodurch auch immer – eingeschränkt ist: Wir alle tragen viele Lasten mit uns. Diese Lasten sind nicht unsere Mitmenschen, Nachbarn, Kollegen oder irgendwelche Situationen, sondern unsere eigene Entscheidung, wie wir damit umgehen.

Doch Jesus sagt: „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken. Nehmen mein Joch auf euch. Ich will euch lehren, denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. […]“

Los lassen, abgeben, zur Ruhe kommen. – Das heißt nicht, dass es dann keine neuen Lasten in unserem Leben geben wird. Doch wir können zur Ruhe kommen und unsere Lasten Jesus übergeben. Dieses seelische Loslassen befreit. Es ist nicht einfach, denn es bedeutet, die Kontrolle abzugeben. Es bedeutet, Jesus die Kontrolle über unser Leben zu geben.

Alles in mir sehnt sich danach, demütig und freundlich zu sein, dass meine Seele zur Ruhe kommt und dass ich die Menschen liebe! Ohne Jesus die Kontrolle zu übergeben, werde ich das nicht sein und tun können.

Ich weiß genau, wie ich als Atheistin auf diesen Satz reagiert hätte. „So kann man es sich auch einfach machen und alles, was im Leben passiert, einem anderen – in dem Fall Jesus – in die Schuhe schieben.“ Ich hätte es als Fatalismus (Schicksalsergebenheit) abgetan. Aber das ist es nicht.

Wenn ich

  • mein Leben Jesus übergebe und Christ werde,
  • meine Sünden bekenne und weiß, dass sie mir von Gott vergeben werden,
  • den Heiligen Geist empfange und mich von ihm leiten lasse
    und
  • meine Lasten bei Jesus abgebe,

so heißt das nicht, dass ich nie wieder Probleme haben werde oder die Verantwortung für mein Leben und meine zukünftigen Entscheidungen abgebe. Im Gegenteil! Denn die Verlockungen der Welt werden einen Christen auch weiterhin locken. Und man kann ebenso eine lose Zunge haben wie Nicht-Christen. Aber wenn ich Jesus die Kontrolle übergebe, mich vom Heiligen Geist leiten lassen will, bedeutet es, dass ich die volle Verantwortung über mein Handeln / Nicht-Handeln übernehme. Es ist eine Verpflichtung, dass ich mich und mein Verhalten (inklusive Zunge) genauer beobachte und mich bemühe, mich nicht verlocken, hin-/mitreißen zu lassen, etwas Falsches zu tun.

Denn die Rahmenbedingungen von Christen sind nicht mehr die gleichen wie vor der Annahme Jesu Christi in das eigene Leben. Die Anforderungen sind höher und es ist nicht einfach, doch durch das Lesen der Bibel, durch den Heiligen Geist und die Liebe, die Gott uns (jedem Menschen!) entgegen bringt, helfen, sich zu verändern.

Das Leben als Christ ist alles andere als fatalistisch.

Das Leben als Christ bedeutet, die Umwelt ungeschminkt zu sehen und dennoch das Schöne und Gute darin zu erkennen und (sooft möglich) selbst durch das eigene Verhalten schönes und gutes für andere (Menschen, Tiere, Umwelt) hineinzugeben. Wir sollen ein Licht für andere sein. Wir sollen strahlen, die Welt erhellen und schönes und gutes in Situation und Leben anderer hineinbringen.

Läuft man auch mal auf Grund, weil man vom Weg abgekommen ist oder durch ‚was-auch-immer‘ negativ wurde, so hat man immer wieder die Möglichkeit der Umkehr. Gott lässt mich nicht wie eine heiße Kartoffel fallen, wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe, wenn ich mir unbewusst eine negative Denkweise aneignete, die nichts mit der Liebe Christi zu tun hat und meine Zunge eher verletzende, scharfe, negative als positive Worte von sich gab. Ich darf umkehren, Jesus meine Last im Gebet (Zwiesprache mit Gott) abgeben und innerlich zur Ruhe kommen.

Wie sieht das in Deinem Leben aus? Welche Lasten bedrücken Dich? Welche Lasten musst Du abgeben, um zur Ruhe zu kommen? Mein Vorschlag: Denke nach, wie/wer Du bist und wie/wer Du sein willst. Rede mit dem besten Freund/der besten Freundin oder einer anderen vertrauenswürdigen Person darüber.

Wir müssen nicht in der falschen inneren Einstellung, im falschen Verhalten verharren. Wir können uns verändern. Auch wenn es bedeutet, dass man dadurch vielleicht auch bestimmt Kontakte abbrechen muss. Dafür (können) neue, positivere Menschen in unser Leben treten.

Minimalismus

Eine neue Bewegung, ein neuer Lebensstil, ein neuer Trend. Was auch immer man unter Minimalismus versteht, eindeutig ist, dass es darum geht, sich vom Ballast des „zu viel“, des „Unnötigen“ zu befreien.

Der Ausdruck „Minimalismus“ wurde mir erst in dem Buch „The Life-Changing Magic of Tidying“ von Marie Kondo richtig bewusst. Ich erfuhr in einem Video von Brian Tracy, einem weltbekannten Motivator, Sprecher und Business Consultant, von diesem Buch und kaufte es mir sofort. Ich hatte dieses Buch regelrecht verschlungen. Ich betrachte Dinge zwar immer noch nicht wie Lebewesen (naja… ich bedanke mich immer beim Kopierer/Drucker im Büro, wenn ich ihn benutzt habe – was täglich sehr oft vorkommt und ich sage auch Danke, wenn die Fußgängerampel mal schneller als sonst auf grün schaltet…). Doch die Methodik, die in dem Buch gezeigt wird, ist wirklich sehr, sehr effizient. Es werden enorme Zahlen genannte, wie viele Müllsäcke einige ihrer Klienten gefüllt und entsorgt haben.

Und es kann sich sehr schnell sehr viel Kleinkram akkumulieren, der in den Schubladen, Schränken, Regalen verschwindet, so dass man ihn gar nicht mehr wahrnimmt. Da können wirklich schon einige Müllsäcke zusammenkommen. Ich war noch nicht ganz mit dem Buch durch, da hatte ich schon 13 Säcke voll. Obwohl ich mindestens einmal im Jahr aussortierte.

Doch es geht nicht darum, sagen zu können, ich habe 13 Säcke voll unnötiger, für mich nicht mehr relevante Dinge entsorgt. Es geht darum, dass man ehrlich zu sich selbst ist und sich fragt, warum man diesen oder jenen Gegenstand überhaupt im Haushalt hat und ob er (falls er es jemals tat) einem immer noch Freude bereitet. Wenn er das tut, dann darf er bleiben. Tut er es nicht: Adieu! Manches kann man bei Flohmärkten, Secondhand-Läden oder Wohltätigkeitsläden wie Oxfam loswerden. Vielleicht gibt es auch im Familien- und Freundeskreis jemanden, der an diesem oder jenem Gegenstand seine Freude hat.

Es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und wenn etwas nicht (mehr) gut tut, dann soll man es los lassen. Ich hatte mal ein wunderschönes blau-weißes Sommerkleid (Größe 38), das ich über 17 Jahre im Schrank hängen ließ. Immer in der Hoffnung, vielleicht doch wieder hineinzupassen – und in Erinnerung daran, wie gut es mir damals stand, wie schlank ich damals war. Irgendwann sah ich der Realität ins Gesicht und gab es weg. Selbst wenn ich mal – was wohl kaum passieren wird – wieder Größe 38 tragen könnte, ich würde kein Kleid tragen, das nur bis zur Hälfte der Oberschenkel reicht… Doch dieses Loslassen des Kleides sorgte dafür, dass ich unbewusste Hintergedanken ebenfalls los ließ, ohne mir dessen bewusst gewesen zu sein. Statt mich mit meinem früheren Ich und anderen zu vergleichen (oder vergleichen zu lassen), konnte ich endlich lernen, mein physisches Ich so anzunehmen wie ich zu dem Zeitpunkt war und jetzt immer noch bin.

Es geht nicht darum, in einen Wettstreit mit anderen zu treten. Es gibt mehrköpfige Familien, die mit wesentlich weniger Dingen auskommen als der eine oder andere Single. Und das ist okay! Aber eines ist gleich: Befreit man sich vom Überflüssigen, vom „zu viel“ an Dingen, wird nicht nur ein Teil Wohnung ordentlicher und übersichtlicher, es hat vor allem den Vorteil, dass man plötzlich seelischen Ballast loswerden kann.

Was zu viel ist oder was noch Freude bereitet oder nicht oder was überflüssig (geworden) ist, das ist für jeden ein ganz persönlicher Blickwinkel, der sich durchaus im Laufe der Zeit verändern kann.

Ich liebe es, Tee zu trinken. Es gab Jahre, in denen ich jahrein, jahraus immer nur eine bestimmte Sorte Tee trank. Ich mag nach ein paar Jahren die Sorte gewechselt haben, doch auch dann trank ich immer nur ein und dieselbe Sorte. Nicht, weil ich mich für einen Minimalisten hielt. Ich hatte gefunden was mir schmeckte, kannte schon so viele andere Sorten und „brauchte“ keine Abwechslung. Im Moment habe ich 7 verschiedene Tee-Sorten im Schrank, da ich je nach Lust und Laune mal diesen, mal jenen mit seinen ganz eigenen Eigenschaften trinken will. Ich habe mich verändert und es kann durchaus sein, dass ich in ein paar Jahren wieder nur ein und dieselbe Teesorte trinke.

Ich befasse mich nicht mit Psychologie oder mit Studien über das Gehirn. Aber ich weiß, wie befreiend ich mich fühlte, wenn ich ordentlich im Keller ausmistete. Ich weiß, wie befreit und klar meine Gedanken wurden, als ich im Sommer 2005 mal eben 200 Bücher aussortierte und somit ein 2,80 m hohes, 1 m breites Bücherregal aus dem Wohnzimmer entfernen konnte. Ich fühlte mich so leicht, so frei, so kreativ… Der Blick (in den Raum) wurde freier. Inzwischen habe ich gar keine hohen Bücherregale mehr. Es gibt recht viel freie Fläche und der Raum wirkt dadurch größer.

Jedes Mal, wenn ich mich von gegenständlichem Ballast befreie, fühlen sich die Schultern leichter und die Gedanken klarer an. Das habe ich auch von anderen gehört. Selbst wenn dieses Ausmisten im Innern des Schrankes stattfand und man von außen nicht sehen kann, dass sich darin noch das derzeit gewollte befindet, es gibt einem das Gefühl, als würde dieser Schrank aufleuchten und als wäre er selbst ein glücklicher und zufriedener Schrank. Klingt seltsam, ich weiß, aber das Gefühl habe nicht nur ich, auch andere haben mir davon berichtet.

Wenn man zu viele Dinge hat, hat man vermehrt das Gefühl, diese Dinge beschützen und bewahren zu müssen. Je größer oder teurer diese Dinge (Schmuck, Haus, Auto(s), Boot etc.) sind, kann das richtig teuer werden, weil dann besondere Versicherungen abgeschlossen werden oder Sicherheitssysteme eingebaut werden müssen. Doch selbst der „normale“ Kleinkram führt zu seelischem Ballast. Wenn das Auge vor lauter Vielfalt nicht mehr zur Ruhe kommen kann, wirkt es belastend.

Zudem kommt einem die Hausarbeit in einem überfüllten Raum/Haus wie eine Strafe für ein Verbrechen vor, von dem man nicht weiß, es begangen zu haben. Weil man einfach nicht weiß, wo man überhaupt anfangen soll? Die Stapel Wäsche, die zu bewältigen ist, ist viel zu groß, der Berg schmutzigen Geschirrs auf der Spüle (oder weiter in der Küche verteilt) deutet auf mindestens zwei Stunden spülen hin und auf das Abstauben der völlig zugestellten Oberflächen hat man schon gar keine Lust. Dann also schnell mal durch die Mitte saugen… Welche Mitte? Etwa um das Spielzeug der Kinder oder Tiere herum, oder um den Wäscheberg im Schlafzimmer oder die Zeitungs- und Bücherstapel im Wohnzimmer?

Auch beim Minimalismus gilt: Weniger ist mehr. Weniger Dinge bedeuten weniger Unordnung oder Unübersichtlichkeit und die Hausarbeit, die vorher nur als eine Strafe angesehen wurde, geht nicht nur schneller von der Hand, sie dauert auch definitiv weniger lang und macht sogar Spaß, weil man sich nur noch mit Dingen umgibt, die einem gut tun und an denen man sich freut. Es macht Spaß zu sehen, wie wieder alles sauber und ordentlich an Ort und Stelle steht. Und wir müssen viel weniger Ballast mit uns herumtragen. Das ist noch das allerbeste daran.

Hier sind Links zu YouTuberinnen, deren Kanäle ich aufgrund der tollen Videos abonniert habe:
Pick up Limes: https://www.youtube.com/watch?v=24IDJfPCHZM&list=PLyg91lY5j03Kj183LfnN9ELKcy2eIEnjH (Playlist: Minimalism)
Fairyland Cottage: https://www.youtube.com/watch?v=_lFeBQWRTPM&list=PLeX_-pNUP36jN3vNVVwFBIdDq4JDxpDJa (Playlist: Minimal Living)
simply by christine: https://www.youtube.com/channel/UCZqVfLvSXSGnVT_awp9WBMw/featured
Schaut Euch einfach die Videos an, wenn ihr mehr über Minimalismus, einfaches Leben und Low/Zero Waste lernen oder inspirieren lassen wollt.

Wie gestalte ich meine Welt?

Das war eine Frage, die ich heute bei einer Predigt hörte. Bei der Frage ging es um die innere Welt, die Welt der Gedanken. In welcher Welt will ich leben? In übler Nachrede oder in Liebe? Im Negativismus oder in der Liebe?

Je nachdem, in welcher Situation man sich befindet, kann es ganz (mal mehr, mal weniger) schnell passieren, dass man von liebevollen Gedanken (was auch nicht einfach ist, doch wer will schon ‚einfach‘?) in negative Gedanken rutscht und gar nicht merkt, wie sich die Wortwahl, die Stimme, der Ton, die Gesichtszüge und die Ausstrahlung verändern. Und dann schaut man eines Tages in den Spiegel und erschrickt: Seit wann hängen denn die Mundwinkel so runter? Und warum sind die Lippen so schmal und zusammengezogen? Wieso gibt es da diese tiefe Furche zwischen den Augenbrauen? Ach, die Schultern hängen auch? Wann ist das alles passiert?

Ob es (in Arbeit, Familie, Beziehung) Überforderung, Stress durch Zeitdruck/Arbeitslast, Probleme durch Krankheit – bei einem selbst oder anderen im nahen Umfeld – oder schwierige Menschen sind, jeder muss durch die Tiefen des Lebens gehen. Mal kommen solche Tiefs kleckerweise, mal geballt wie riesige Wellen, die über dem Kopf zusammenbrechen und einen wegzuspülen drohen.

Ohne solche Tiefs gäbe es keinen Wachstum, keinen Lerneffekt und keine Stärkung der Persönlichkeit. Auf den einen oder anderen Wachstumsschub hätte ich im Leben gerne verzichtet. Wem geht es nicht so!?! Doch es erstaunt mich, wie oft dies zu positiven Eigenschaften führte.

Die letzten Jahre jedoch schien ich mich aufgrund der diversen Tiefs so schleichend ins Negative verändert zu haben, dass ich schockiert war (und es bei der Entdeckung neuer Facetten immer wieder bin), als mir negative Veränderungen bewusst wurden.

Jetzt ist die Frage: Was tun? Kopf in den Sand stecken und die Situation, die unbequeme Persönlichkeit ignorieren oder ihr den Kampf ansagen? Letzteres führt zwar zu Verbesserungen, doch manchmal muss man noch weiter runter, bevor es wieder aufwärts geht. Ich wählte den Kampf. Und hier zählt keine Willenskraft – damit würde ich nur verlieren.

Hier geht es um die Kraft des ‚Warum‘! Warum ziehe ich in den Kampf gegen die Persönlichkeit, die ich wurde, ohne dass es mir bewusst wurde? (i) Weil ich vorher nicht so war und es mir gefiel, wie ich vorher war. (ii) Weil ich durch diese Erfahrung andere Menschen mit Problemen jetzt besser verstehen kann, als ich es vor dieser Zeit konnte. Das ist hilfreich und kann mich dadurch in der Tat zu einer gewachseneren Persönlichkeit machen.

In einigen Hörbüchern zu dem Thema wurde auch gesagt, dass z. B. die schwierigen Menschen nicht nur in unser Leben kommen, um uns zu formen, sondern dass wir selbst auch die schwierigen Menschen im Leben von so manch anderen sind. Ich gebe zu, bei dem Gedanken musste ich schlucken. Schlimm genug, dass ich die Person im Spiegel eines Tages nicht mehr als mich erkannte. Aber der Gedanke, der schwierige Mensch im Leben anderer zu sein, ließ mich schon die eine oder andere Situation rückblickend mit ganz anderen Augen betrachten. Das machte die Reaktion mancher Menschen mir gegenüber verständlicher.

Wie will ich meine Welt gestalten? Positiv, in Liebe und friedliebend.

Ich habe einige Psalme, die mich in schwierigen Phasen aufbauen – je nachdem, was mich gerade bedrückt. Das Neue Testament (insbesondere Lukas oder Johannes) oder die Paulus-Briefe sind auch immer wieder Quellen, in denen ich Erbauung (und auch Trost) finde.

Was mir aber besonders hilft, ist um Vergebung zu beten. Jeder negative Gedanke, an den ich mich erinnern kann, jedes falsche und/oder schlechte Wort, das ich sagte, bringe ich vor Gott. Denn es tut mir leid. Ich will so nicht sein. Und wenn ich Gott um Vergebung bitte, kann ich auch gleich weitergehen und anderen vergeben (auch wenn sie mich nicht darum bitten). Manchmal murmele ich die folgenden Zeilen wie ein Mantra vor mich hin:

„Und vergib mir meine Sünden wie auch ich vergebe meinen Sündigern und führe mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von dem Bösen.“

Allein diese leicht abgewandelte Form der letzten Vaterunser-Zeilen hilft mir, wieder den Kopf frei zu bekommen, die Schultern wieder zu heben und die Mundwinkel nach oben zu bekommen. Aus welcher Situation auch immer ich ins Negative gerutscht bin oder in Zukunft rutschen werde – ich muss da nicht bleiben und ich will nicht dort bleiben.

Was kann ich neben Bibellesen, Beten und Vergebung noch tun, um in einer positiven (gedanklichen) Welt zu leben?

Das Leben aktiv gestalten. Für einen kleinen Urlaub sorgen. Heute Nachmittag war ich zum Beispiel mit einer Freundin erst schön Essen und anschließend im Archäologischen Museum Frankfurt. Ich wohne seit über 22,5 Jahren in Frankfurt, heute war ich zum ersten Mal in diesem Museum. Und ich weiß, dass ich dort immer wieder hingehen werde. Ich habe noch ein „Lieblingsmuseum“ für mich entdeckt (dabei habe ich schon vier „Lieblingsmuseen“). – Es war heute wie ein Urlaubstag! Ein Tag, der bedeutet, dass ich mal nicht der Routine des Alltags folge, sondern besondere Stunden verbringe. Indem ich etwas mache, was mich zum Lächeln bringt. Indem ich mir schöne Dinge ansehe (ob nun in Landschaft, Architektur, Ausgrabungsstücke …) und mich daran erfreue.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich auf die schönen Dinge im Leben und in der Umgebung zu konzentrieren! Natürlich besteht das Leben nicht aus Friede, Freude, Eierkuchen. Es besteht aber auch nicht nur aus Tränen, Leid und Hass! Auch wenn die Nachrichten und Zeitungen und gedanklichen Einstellungen vieler Menschen dies vermitteln wollen (oder nicht besser wissen). Ja, es geschehen schreckliche Dinge. Ja, es gibt Katastrophen! Aber es gibt auch die schönen Dinge. Manchmal muss man mehr danach suchen, manchmal zeigen sich die schönen Dinge ganz offen, wenn man nur mal den Kopf hebt und die Augen umhergleiten lässt.

Ich lade Sie/Dich ein, die nächsten Tage ganz besonders aufmerksam auf die schönen Dinge um sich/Dich herum zu achten und sie zu genießen!

Wollen vs. Brauchen

Da war dieses einfache, moderne und weiße Tee-Set. Ich sah es letzten September zum ersten Mal in einem YouTube Video. Ich hätte es am liebsten gekauft. Totaler Blödsinn, denn ich hatte genug Tassen, Becher und 3 Teekannen. Aber halt nicht dieses. Doch ich kaufte es nicht.

Später sah ich das Set auch bei einer anderen YouTuberin. Die Versuchung war schon wieder da. Aber nein, ich kaufte es nicht.

Dann kam meine mindestens einmal im Jahr hochkommende Lust auf Ausmisten. Ich löste den Rest meiner Mokka-Tassen-Sammlung auf und limitierte u. a. auch die Becher und Teekannen. Und ich hatte nicht vor, etwas anderes dafür zu kaufen.

Und dann sah ich das Tee-Set wieder. Bei einer weiteren YouTuberin.

Das Set, von dem hier die Rede ist, sieht so aus.

Ich habe es gekauft. Und ich genieße es sogar. Wollen hat also letztendlich doch gewonnen.

Es ist nichts schlechtes, wenn man sich schöne Dinge leistet. Man darf sich etwas leisten und man muss dafür auch kein schlechtes Gewissen haben (sofern es nicht auf Kosten anderer erlangt wird). Doch ist es wichtig, dass man weiß, Dinge oder Erfahrungen und Möglichkeiten richtig einzuschätzen.

Ich bemühe mich, den Blick auf das Wesentliche zu konzentrieren. Klappt nicht immer, doch wenn man es oft genug macht, wird es mit der Zeit leichter. Und was ist das Wesentliche?

GOTT

Wird es nicht langweilig, wenn man sich immer öfter auf Gott konzentriert? Natürlich ist es einfach, sich auf eine Person zu konzentrieren, in die man sich verliebt hat. Das Gehirn ist so programmiert, dass wir uns beim Verliebtsein voll und ganz auf die andere Person konzentrieren. Kommt man neu zum Glauben, verhält man sich auch Gott gegenüber so, dass man ihn immer mehr und besser kennenlernen will. Mit der Zeit nimmt dieses „alles andere ausschließende“ Interesse wieder ab. Ablenkungen nehmen zu bzw. man ist wieder anfälliger für Ablenkungen.

Das heißt aber nicht, dass man sich nicht immer wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann oder darauf zurückbesinnen sollte. Wie kann ich mich aber auf Gott konzentrieren? Wie ein unsichtbares Wesen kennenlernen?

Unter anderem kann man Gott über die Bibel kennenlernen. Durch die Bibel kann man die unterschiedlichen Namen für Gott, seine Charakteristiken, seine Worte, seine Werke und seine Handlungen kennenlernen. Dadurch kann man Gott besser kennenlernen. Und wenn man Gott besser kennenlernt, fasziniert er einen immer mehr. Dann weiß man, daß Er das Wesentliche ist.

Das Wesentliche ist das, was man BRAUCHT! Und ich brauche Gott!

Für alle Englisch-sprachigen Leser kann ich folgende Herausforderung von #CoffeeandBibleTime empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=Zaz3rarvmqg
Abgesehen davon, dass es ein lustiges Video ist, so ist es prima für alle, die es Ernst meinen und Gott wirklich kennen lernen wollen.

Gott zur Ehre

Seit über neun Monaten trage ich mich mit dem Gedanken, einen Blog/Vlog zum Leben zu erwecken, in dem ich Gedanken über das Leben im Allgemeinen und meinen christlichen Glauben festhalte. Mit dem Ziel, dass Suchende wie auch Gläubige vielleicht das eine oder andere Wort in ihr Herz aufnehmen können oder man sich beim Lesen oder ansehen von Videos einfach mal entspannen kann.

Es gab viele offene Fragen und allein die Frage, welchen Namen ich für den Blog/YouTube-Kanal wählen soll, beschäftigte mich über ein halbes Jahr, bis eine liebe Freundin auf den Namen „Living & God“ kam. Da ich auch englische Beiträge schreiben/Videos einstellen werde, passt es. Denn darum geht es ja: Gott und das Leben!

Ursprünglich wollte ich mich eher auf Videos konzentrieren als Blogbeiträge schreiben. Doch auch hierzu gab es längere Kämpfe in mir. Wem gebe ich damit die Ehre? Ich weiß, dass ich aufgrund meiner Persönlichkeit anfangen könnte, mich zu präsentieren, statt Gott oder mein Leben mit Gott. Um diese Gefahr nicht erst aufkommen zu lassen, werde ich mehr schreiben als filmen. Und ich weiß, dass Gott mir Wege zeigen wird, wie ich Ihm durch Videos die Ehre geben kann, ohne ihn zur Seite zu schieben und mein Ego ins Rampenlicht zu rücken.

Damit begebe ich mich in eine digitale Welt, die ich nicht beeinflussen kann. Ich weiß nicht, wer über den Blog/Vlog stolpern wird. Ich weiß nicht, wem ich mit meinen Beiträgen helfen oder wen ich motivieren werde/kann. Ich weiß nicht, welches meiner Worte Wurzeln fassen wird und welche Worte – aus welchem Grund auch immer – falsch aufgefasst werden. Ich bete, dass Letzteres nicht passieren wird. Doch man kann es nicht allen recht machen – das ist auch nicht meine Absicht, denn ich will es nicht jedem recht machen, sondern meine Gedanken teilen. Das ist persönlich und ich gebe sie in ein Medium ab, bei dem die unterschiedlichsten Menschen unterwegs sind.

Ich folge selbst ein paar YouTubern, deren Videos mich anregen und entspannen. Durch den ersten YouTube-Kanal, dem ich „zu folgen“ anfing, erhielt ich viele Informationen über vegane Lebenshaltung (insbesondere in Bezug auf Essen) und Minimalismus. Inzwischen folge ich fünf YouTuberinnen (ja, es sind alles Frauen) und ein paar PredigerInnen (drei Frauen und ein Mann).

Man „folgt“ den Menschen, denen man gerne zuhört, die man gerne sieht, von denen man inspiriert, angesprochen und auch herausgefordert wird. Ich möchte nicht so bleiben wie ich heute bin und ich will nicht so bleiben, wie ich morgen sein werde. Auch wenn ich ein paar YouTube-Kanäle abonniert habe, weil sie mir aufgrund ihrer Ruhe, der schönen Aufnahmen, der Persönlichkeiten der YouTuberinnen sehr gefallen und sie meiner Seele gut tun, wirklich FOLGEN will ich nur Gott.

Ich will wachsen!

Ich will Neues lernen, ich will mich Herausforderungen stellen und ich will Gott besser kennen lernen und ihm ähnlicher werden.

Vielleicht ist es genau das, was auch Du willst. Vielleicht werden Dir meine Worte gut tun. Vielleicht nicht immer. Vielleicht immer öfter.

Für uns alle schreibe ich diesen Blog oder werde auch ab und zu Videos in meinem YouTube-Kanal einstellen (derzeit gibt es noch keine).

Hier bin ich also und ich freue mich auf Dich, liebe Leserin, lieber Leser!

Herzlich Willkommen bei Living & God!