Zur Ruhe kommen

Urlaub. 7 Tage frei. Ich dehnte diesen Urlaub (ich habe noch zwei Tage!) letztes Wochenende kurzfristig auch auf den Blog aus.

Es ist wichtig, dass man auch mal zur Ruhe kommt. Das gilt für Jung und Alt. Wobei – Sie haben es bestimmt auch schon bei Ihrem Notebook, einer Fernbedienung oder der Kamera gemerkt – es sich mit voranschreitendem Alter so verhält, dass die Akkus schneller leer werden und man sie häufiger aufladen muss. Bei uns Menschen ist das nicht anders. Auch wenn ich es früher nie glauben wollte, aber meine Akkus sind wesentlich schneller leer als sie es noch vor 3, 10 oder 15 Jahren waren.

Ich stolperte – wie es häufig passiert, wenn man sich gezielt Videos auf YouTube ansieht – über einen Beitrag über ein wunderschönes, kleines Haus aus Holz mit vergipsten Wänden namens „Innermost House“, das mitten in einem Wald in Nordkalifornien steht. Ohne Stromanschluss und somit ohne viel Ablenkungsmöglichkeiten. Ein Ort, an dem man sich hervorragend zurückziehen kann – und das, ohne sich zu langweilen, denn es war zwar sehr klein, aber es hat eine tolle Bibliothek!

Nun, mich zieht es nicht unbedingt über den großen Teich, aber so ein kleines Holzhaus (ich liebe Holz!!!) in einer ruhigen ländlichen Gegend würde mir durchaus gefallen. Kein Strom ist kein Problem für mich – denn ich lebe bereits über zehn Jahre ohne Kühlschrank und habe gelernt, wie man was wie lange aufbewahren kann. Und auf einer einzigen Stelle im Kamin zu kochen schockiert mich auch nicht. Solange ich genug Bücher und einen Platz zum Schreiben habe, bin ich glücklich.

„Aber die Wäsche!“ warf mein Vater ein, nachdem ich den Eltern bei deren Besuch die Videos gezeigt hatte. Hm ja, Wäsche, da gibt es bestimmt eine Lösung, dachte ich. Und ja, es gibt sie. Es gibt Hand-Waschmaschinen, die wie übergroße Salatschleudern aussehen und mit denen man auch waschen kann. Also kann ich auch bei einem solch schönen Ort (ohne Strom) den Luxus sauberer Kleidung genießen. Und dass man nicht bügeln kann ist nun wirklich nichts, was mir fehlen würde.

Was mir anfangs bestimmt fehlen würde, ist die Tatsache, dass ich mir nicht mal eben einen Film ansehen kann – weder aus Langeweile, noch, um mich vor einer ungeliebten Aufgabe zu drücken. Und ich gebe zu, dass ich mich damit recht schnell ablenke. Doch auch das ist eine reine Gewohnheit. Ebenso wie die Nutzung von Telefon und Computer Gewohnheiten sind. 2009 besann ich mich aufgrund einer Erfahrung, wie schnell das Leben vorbei sein kann und sagte in kurzer Zeit der Oberflächlichkeit ab: Telefon und Internetanschluss wurden gekündigt. Ich hatte nur noch ein Mobiltelefon, sodass ich im Notfall andere (z. B. die Firma, wenn ich krank war) erreichen konnte oder um mich mit den Eltern zu einem Treffen in Frankfurt oder Mannheim zu verabreden. Fernseher und Kühlschrank waren ohnehin bereits abgeschafft. Ich hatte keine Langeweile!

Ein wenig sehnsüchtig denke ich jetzt an diese Zeit zurück. Ich hatte sie ganz vergessen. Ich hatte die Ruhe vergessen. Und Ruhe, das ist etwas, wonach ich mich sehne.

Einladung…

Quelle: https://www.pinterest.de/meadowsongs/innermost-house-michael-and-diana-lorence/?autologin=true

Dieses Bild ist wie eine Einladung. Jetzt kann ich natürlich entscheiden, ob dieser leere Sessel eine Einladung für Jesus ist, dass ich Ihn in mein Leben hinein einlade (statt Ihm nur zu bestimmten Zeiten die Tür zu meinem Leben zu öffnen und Ihn ansonsten draußen zu lassen) ODER ob es eine Einladung Gottes ist, sich in Ruhe hinzusetzen und Ihm die Möglichkeit zu geben, mit mir zu reden und Gemeinschaft mit mir zu haben.

Gemeinschaft…

Zwei, sich gegenüber stehende Sessel. Das ist das Wohnzimmer. Und mehr braucht es nicht, wenn man eher zurückgezogen lebt. Für das Ehepaar, das in dem Haus einige Jahre lebte, war es hervorragend. Auch sie konnten Gemeinschaft haben, ohne durch andere Dinge abgelenkt zu sein. Und man kann einiges tun: Miteinander reden, lesen oder einfach nur dem Feuer im Kamin zuhören und ein heißes Getränk genießen…

Ich will zurück zu dieser Ruhe. Und Gemeinschaft mit Gott haben. – Wenn ab und zu ein Mensch im Sessel gegenüber sitzt ist mir das natürlich auch recht. Schließlich ist Gott immer um uns herum, wir beachten Ihn nur zu selten und sind uns dessen nicht immer bewusst.

Hier ist der Link zu einem der Videos über „Innermost House“: https://www.youtube.com/watch?v=lDbrUk2xYBo&list=FLib5cHWgdpOkcDyGBvQ7TGQ&index=5&t=0s

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