Hygge? Aber bitte mit Gott!

Letzte Woche habe ich eine kurze Einführung über Hygge gegeben. In der Woche kam mir in den Sinn, dass man zu Hygge auch sagen könnte: Hygge ist eine „Feier des MEHR“.

Wenn ich es „nüchtern“ betrachte, ist es schon Luxus, dass wir – zumindest die meisten von uns in diesen Breitengraden – jederzeit eine heiße Tasse Tee, Kaffee oder Kakao genießen können. Wenn man Hygge zelebrieren will, dann fügt man diesem Luxus noch ein MEHR an Zucker, Honig, Zimt oder andere Dinge hinzu.

Hygge kann man also als eine Feier des MEHR, des Überflusses, des Luxus bezeichnen. Wenn ich so überlege, was ich über diesen dänischen Lebensstil gelernt habe, so ist es die Tatsache, dass es sich um gute Zeiten handelt.

Ich bin sicher, dass wir alle hoffen, so viele gute Zeiten wie nur irgend möglich zu erleben. Und das ist auch gut so. Solange es nicht auf Kosten anderer geschieht, dürfen wir uns auch darum bemühen, dass es so bleibt oder so oft wie nur irgend möglich wieder kommt.

Geht es Ihnen allerdings so wie mir, dann haben Sie bereits einige Lebenserfahrung sammeln können. Gute Zeiten gibt es nicht ohne Ende. Und dann? Was machen wir, wenn die guten Zeiten vorbei sind? Wenn wir krank sind? Wenn es uns nicht gut geht? Wenn wir, aus welchem Grund auch immer, unseren Arbeitsplatz verlieren und es eng im Geldbeutel wird? Wenn wir in eine Notlage geraten.

Hygge ist eine tolle Sache. Wenn es uns gut geht.

Ich weiß nur eins: So schön und gemütlich Hygge klingt. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass es immer gute Zeiten gibt (ist auch gut so). Tatsächlich können die guten Zeiten recht rar sein. Egal, wie viele schöne Dinge ich um mich herum hatte und/oder noch habe. Dinge helfen nicht über Probleme, Herausforderungen, Versuchungen oder Anfechtungen hinweg. Dinge helfen nicht über schlechte Zeiten hinweg. Man mag sich eine kurze Zeit ablenken können, aber von genießen kann keine Rede sein.

In den wenigen Jahren, in denen ich nun im Glauben bin, habe ich gelernt, dass ich wirklichen Trost, inneren Frieden und Versorgung nur durch Gott erfahre. Wenn es mir schlecht geht, hat mir bisher immer nur Gott helfen können. Durch Sein Wort (die Bibel). Manchmal waren es auch Predigten. Manchmal Teile aus (Hör-)Büchern, in denen es um Glauben / Leben im Glauben geht. Aus den tiefsten Tiefen, die ich in den letzten Jahren erlebte, war es immer nur Gott, der mir half, wieder Licht zu sehen.

Gott allein. Nicht das Lieblingsgeschirr, nicht die Lieblingsteesorte, nicht dieses oder jenes Extra. Sie können mir glauben, ich habe versucht, mich durch Dinge wieder aus dem Tief heraus zu holen. Ich habe es auch mit vielen Methoden und Techniken aus der Persönlichkeitsentwicklung versucht (die alle auf reinen Willensaufwand basieren). Nichts. Damit kam ich nicht raus.

Ich sage nicht, dass es einfach ist. Wenn man an einem Tiefpunkt ist, fällt es manchmal schwer, sich auf Gott zu konzentrieren. Bei mir ist es zumindest so. Ich habe dann auch Probleme, mich auf das Lesen der Bibel zu konzentrieren. Oft ist da die Tendenz, sich durch Filme abzulenken. Doch damit geht der Tiefpunkt nicht vorbei. Man verzögert nur den Aufstieg. Wenn ich mich aber – obwohl ich mich nicht danach fühle, weil ich entweder gar nichts fühle, oder mir alles weh tut – dennoch hinsetze und anfange, in der Bibel zu lesen, dann kommt Gott zu mir. Die Worte sprechen in mein Leben hinein. Auch wenn sie vor zweitausend Jahren geschrieben wurde – sie ist immer noch gültig.

So schön Hygge klingt und so vernünftig dieser Lebensstil ist: Lieber verzichte ich auf alles „MEHR“ in meinem Leben, solange ich nur Gott habe. Auf Gott kann ich mich immer verlassen. Er verlässt mich nicht (auch wenn man manchmal meint, Ihn nicht mehr spüren zu können). Gute Zeiten kommen und gehen. Doch Gott ist unveränderlich. Damals. Heute. Zukünftig.

Nebenbei: Mit Gott kann man auch Hygge prima genießen! Schließlich freut sich auch Gott (mit uns), wenn es uns gut geht und wir das Leben, dass er uns geschenkt hat, genießen können.

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