Hebräerbrief 5,12-14

Ihr seid nun schon so lange Christen und solltet eigentlich andere lehren. Stattdessen braucht ihr jemanden, der euch noch einmal die Grundlagen von Gottes Wort beibringt. Ihr seid wie Säuglinge, die nur Milch trinken, aber keine feste Nahrung essen können. Ein Mensch aber, der sich von Milch ernährt, ist im Leben noch nicht sehr weit fortgeschritten und versteht nicht viel davon, was es heißt, das Richtige nach Gottes Wort zu tun.  Feste Nahrung dagegen ist für die Menschen, die erwachsen und reif sind, die aufgrund ihrer Erfahrung gelernt haben, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.“ (NLB)

Der Autor des Hebräerbriefes wollte darauf hinweisen, dass Jesus genug ist und dass man sich selbst um die Stärkung seines Glaubens kümmern muss. Nicht von außen „heran füttern“ zu lassen. Nur wenn man fest im Glauben ist, kann man auch Verfolgungen (denen die damaligen hebräischen Christen besonders ausgesetzt waren) durchstehen. – Und haben wir heute etwa keine Krisen, in denen wir standhaft sein müssten?!?

Auch heute glauben zu wenige Christen (besonders hier im Westen), dass Jesus alles ist, was wir wirklich brauchen. Sie beschäftigen sich zu wenig mit Gottes Wort. Überhaupt, sie kommen zu selten in Gottes Gegenwart. Allem anderen wird viel mehr Gewichtung gegeben. Doch alles sind nur Dinge oder Vergänglichkeiten. Die Ablenkungen, die wir im friedlichen Westen haben, wie auch die überhöhte Arbeitsbelastungen sorgen dafür, dass fast immer die Zeit mit Gott gekappt wird, um alles andere noch erledigen, Deadlines einhalten oder dieses oder jenes Treffen einrichten zu können. Lediglich wenn Probleme auftauchen, erinnert man sich daran, dass man Gott braucht.

In Exodus (2. Mose) 19 kann man lesen, dass Moses in die Gegenwart Gottes kommen durfte, das Volk Israel es allerdings bevorzugte, dies nicht zu tun und Moses vorschickte (wobei es an einer späteren Stelle auch strikt verboten wurde, an den Berg Sinai zu kommen). So viel anders ist es heute auch nicht. Dem Pastor, den Autoren von Andachtsbüchern oder Predigern im Internet wird diese Rolle zugeschrieben. Man kann sich dann beschweren, wenn die Predigt nicht in das eigene Leben hinein sprach oder anspruchsvoll genug war. Aber selbst die Bibel studieren? Im Gebet Zeit mit Gott verbringen?

Nur wenn ich mir selbst die Zeit nehme, kann Gottes Wort wirklich in mein Leben hinein sprechen. Das kann kein anderer für mich machen.

Mit diesem Blogbeitrag fordere ich Sie auf, sich selbst in Gottes Gegenwart zu begeben. Sich Predigten anzuhören, Andachtsbücher/Losungen zu lesen sind alles gute Dinge, aber sie ersetzen auf gar keinen Fall das eigene Bibelstudium, das Gebet und die stille Zeit mit Gott (so dass Gott auch mal eine Chance hat, zu Wort zu kommen). – Sich mit anderen Christen zu treffen ist auch sehr wichtig. Die Gemeinschaft der Christen ist durch nichts zu ersetzen. Doch hier will ich mich auf die persönliche Zeit mit Gott konzentrieren.

Es gibt viele Bücher zu diesem Thema. Hier sind zwei Empfehlungen (dies ist nicht gesponsort):
Effektives Bibelstudium von Gordon D. Fee und Douglas Stuart
Dem Wort Gottes auf der Spur von Ulrich Wendel (Hrsg.)
Wenn Englisch kein Hinderungsgrund für Sie ist, empfehle ich die „Bible Time“ Videos von Ashley und Taylor von Coffee & Bible Time

Es gibt unterschiedliche Arten und Wege, wie man die Bibel studieren kann. Es gibt kein richtig oder falsch. Denn jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen Lernmethoden. Es gibt u. a. sensitive (die alles erfühlen müssen), auditive (hören), visuelle Lerntypen. Und meistens sind wir eine bestimmte Mischung aus all diesen Typen. Daher muss man sich umschauen und umhören, welche Möglichkeiten es gibt und was einen persönlich eher anspricht.

Wofür Sie sich auch immer entscheiden – wie gesagt, es gibt eine Fülle an Büchern und bei YouTube gibt es bestimmt auch noch weitere Videos zu diesem Thema. Ansehen, reinschnuppern, ausprobieren. Es kann auch sein, dass eine Lern-/Bibelstudiummethode heute absolut genial ist und in ein paar Monaten oder Jahren muss eine andere Methode angewandt werden, weil man sich verändert hat. Das ist normal und in Ordnung.

Wichtig ist lediglich, dass man die Zeit mit Gottes Wort nicht nur abarbeitet, sondern sich wirklich Zeit dafür nimmt. Lieber nur einmal in 5 Jahren die ganze Bibel durcharbeiten, dafür aber intensiv studieren statt nur einfach in einem Jahr alles zu lesen, jedoch Gott nicht richtig kennen zu lernen. Und nicht vergessen, auch Zeit für das Gebet und die stille Zeit mit Gott einzuplanen. Ob das nun ganz früh am Morgen ist, wenn die Kinder oder der Partner noch schlafen oder am Nachmittag oder am Abend, ist Ihnen überlassen. Doch sie sollten in dieser Zeit noch aufnahmefähig sein und diese Zeit nicht wegen irgendwelcher Notfälle Zuhause, im Büro oder sonst etwas sausen lassen.

Werden Sie ein erwachsener, reifer Christ, der durch die feste Zeit mit Gott lernt, dass Jesus, dass Gott alles ist, was er wirklich braucht.

Gott ist genug!

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