Geistliche Lasten

Geistliche Lasten sind Verhaltensweisen, die einen Christen von Gott trennen (und bei denen sich selbst bei Atheisten das schlechte Gewissen melden kann), zum Beispiel:

  • Leeres Gerede
  • Verachtung anderer
  • Lügen / üble Nachrede
  • Übertretung des Gesetzes (ob nun der zehn Gebote oder weltlichen Gesetze)
  • Ungerechtigkeit (andere schlecht behandeln, physisch/psychisch/verbal)
  • Verführung
  • Unterlassung (Hilfeleistung, Ermutigung, Ermahnung)

Diese Beispiele, die auch in der säkularen Welt (also bei Nicht-Christen) als negativ angesehen werden, werden in der Bibel eindeutig als Sünden bezeichnet. Und ich weiß, dass ich schon als Atheistin in vielen Situationen nicht begeistert war, wenn ich merkte, dass ich mich der einen oder anderen Sache ‚schuldig‘ gemacht hatte. Heute ist das nicht anders, es macht mich traurig. Manchmal lässt man sich mitreißen. Manchmal fängt man selbst an. Es kommt immer auf die Situation an. Das Endergebnis ist jedoch immer gleich: Es ist einfach falsch. Und es liegt danach wie eine Last auf der Seele (auch bei Nicht-Christen). Zudem wird man mit der Zeit durch falsches Verhalten leichter zornig. Verbitterung macht sich im Inneren breit und nach und nach frisst es einen von innen heraus auf. Die Ursachen, die zu all diesem falschen Verhalten führen sind so unterschiedlich wie wir Menschen und unsere Umstände unterschiedlich sind. Außerdem ist es oft ein schleichender Prozess, bei dem einem erst gar nicht bewusst wird, dass man in eine negative Spirale hinabrutscht.

Bestenfalls hat man ein schlechtes Gewissen, wenn einem das eigene falsche Verhalten (sofort oder irgendwann) bewusst wird. Man fühlt sich unwohl und hofft, dass niemand davon erfährt. Für Sünden / falsches Verhalten schämen wir uns. Wir versuchen sie zu vertuschen, Ausreden zu finden, sie zu verniedlichen – sprich, sie klein zu reden.

In der Studienbibel „Begegnung fürs Leben„, Neues Leben-Bibelübersetzung, steht bei Matthäus 12, 28-30: Dann sagte Jesus: ‚Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken. Nehmt mein Joch auf euch. Ich will euch lehren, denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. Denn mein Joch passt euch genau, und die Last, die ich euch auflege, ist leicht.'“

Egal, welchen Familienstatus wir haben, welche Platz wir am Arbeitsplatz haben, ob wir Kinder haben oder nicht, ob wir viel Verantwortung für Kunden, Mitarbeiter, Familienangehörige, Tiere oder Funktionen in Ehrenämtern zu tragen haben, ob wir gesund sind oder unsere Gesundheit – wodurch auch immer – eingeschränkt ist: Wir alle tragen viele Lasten mit uns. Diese Lasten sind nicht unsere Mitmenschen, Nachbarn, Kollegen oder irgendwelche Situationen, sondern unsere eigene Entscheidung, wie wir damit umgehen.

Doch Jesus sagt: „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken. Nehmen mein Joch auf euch. Ich will euch lehren, denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. […]“

Los lassen, abgeben, zur Ruhe kommen. – Das heißt nicht, dass es dann keine neuen Lasten in unserem Leben geben wird. Doch wir können zur Ruhe kommen und unsere Lasten Jesus übergeben. Dieses seelische Loslassen befreit. Es ist nicht einfach, denn es bedeutet, die Kontrolle abzugeben. Es bedeutet, Jesus die Kontrolle über unser Leben zu geben.

Alles in mir sehnt sich danach, demütig und freundlich zu sein, dass meine Seele zur Ruhe kommt und dass ich die Menschen liebe! Ohne Jesus die Kontrolle zu übergeben, werde ich das nicht sein und tun können.

Ich weiß genau, wie ich als Atheistin auf diesen Satz reagiert hätte. „So kann man es sich auch einfach machen und alles, was im Leben passiert, einem anderen – in dem Fall Jesus – in die Schuhe schieben.“ Ich hätte es als Fatalismus (Schicksalsergebenheit) abgetan. Aber das ist es nicht.

Wenn ich

  • mein Leben Jesus übergebe und Christ werde,
  • meine Sünden bekenne und weiß, dass sie mir von Gott vergeben werden,
  • den Heiligen Geist empfange und mich von ihm leiten lasse
    und
  • meine Lasten bei Jesus abgebe,

so heißt das nicht, dass ich nie wieder Probleme haben werde oder die Verantwortung für mein Leben und meine zukünftigen Entscheidungen abgebe. Im Gegenteil! Denn die Verlockungen der Welt werden einen Christen auch weiterhin locken. Und man kann ebenso eine lose Zunge haben wie Nicht-Christen. Aber wenn ich Jesus die Kontrolle übergebe, mich vom Heiligen Geist leiten lassen will, bedeutet es, dass ich die volle Verantwortung über mein Handeln / Nicht-Handeln übernehme. Es ist eine Verpflichtung, dass ich mich und mein Verhalten (inklusive Zunge) genauer beobachte und mich bemühe, mich nicht verlocken, hin-/mitreißen zu lassen, etwas Falsches zu tun.

Denn die Rahmenbedingungen von Christen sind nicht mehr die gleichen wie vor der Annahme Jesu Christi in das eigene Leben. Die Anforderungen sind höher und es ist nicht einfach, doch durch das Lesen der Bibel, durch den Heiligen Geist und die Liebe, die Gott uns (jedem Menschen!) entgegen bringt, helfen, sich zu verändern.

Das Leben als Christ ist alles andere als fatalistisch.

Das Leben als Christ bedeutet, die Umwelt ungeschminkt zu sehen und dennoch das Schöne und Gute darin zu erkennen und (sooft möglich) selbst durch das eigene Verhalten schönes und gutes für andere (Menschen, Tiere, Umwelt) hineinzugeben. Wir sollen ein Licht für andere sein. Wir sollen strahlen, die Welt erhellen und schönes und gutes in Situation und Leben anderer hineinbringen.

Läuft man auch mal auf Grund, weil man vom Weg abgekommen ist oder durch ‚was-auch-immer‘ negativ wurde, so hat man immer wieder die Möglichkeit der Umkehr. Gott lässt mich nicht wie eine heiße Kartoffel fallen, wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe, wenn ich mir unbewusst eine negative Denkweise aneignete, die nichts mit der Liebe Christi zu tun hat und meine Zunge eher verletzende, scharfe, negative als positive Worte von sich gab. Ich darf umkehren, Jesus meine Last im Gebet (Zwiesprache mit Gott) abgeben und innerlich zur Ruhe kommen.

Wie sieht das in Deinem Leben aus? Welche Lasten bedrücken Dich? Welche Lasten musst Du abgeben, um zur Ruhe zu kommen? Mein Vorschlag: Denke nach, wie/wer Du bist und wie/wer Du sein willst. Rede mit dem besten Freund/der besten Freundin oder einer anderen vertrauenswürdigen Person darüber.

Wir müssen nicht in der falschen inneren Einstellung, im falschen Verhalten verharren. Wir können uns verändern. Auch wenn es bedeutet, dass man dadurch vielleicht auch bestimmt Kontakte abbrechen muss. Dafür (können) neue, positivere Menschen in unser Leben treten.

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