Gnadenmittel – Abendmahl/Gemeinschaft

Das Wichtigste beim Einnehmen des Abendmahls ist nicht nur die Gemeinschaft mit anderen Geschwistern, sondern es geht dabei um die Erinnerung an Jesus und sein Opfer. Auch hier müssen wir uns also immer wieder vor Augen halten, uns auf Gott(es Sohn) zu konzentrieren und nur Ihn zu suchen und nichts anderes.

Das ist so leicht gesagt, aber nicht unbedingt leicht umzusetzen. Ich gebe zu, dass es mich immer wieder bedrückt, dass Jesus ein solches Opfer brachte. Ich halte mich meist nicht für wertvoll genug dafür. Doch genau das ist es, was ich im Denken ändern muss. Denn auch wenn ich mich nicht für wertvoll genug halte, so sieht Gott das ganz anders!

Für Gott ist ein jeder Mensch wichtig und wertvoll!

Und daher war/ist auch ein jeder Mensch für Jesus wichtig und das gab ihm die Kraft, Gottes Willen zu folgen und diesen schmachvollen Tod auf sich zu nehmen. Um uns die Sünde zu nehmen und uns wieder eine direkte Gemeinschaft mit Gott zu ermöglichen.

Die Gemeinschaft mit anderen Christen ist in der Hinsicht wichtig, dass man sich gegenseitig ermutigt (im Glauben zu bleiben, in schwierigen Zeiten zu unterstützen) und auch mal bei Bedarf ermahnt (damit wir nicht vom richtigen Weg abkommen).

Das Heilige Abendmahl verbindet beides: Die Gemeinschaft mit anderen wie auch die Erinnerung an das Opfer Jesu.

Gott gab uns die Gnadenmittel (ich habe mich nur auf die drei wichtigsten beschränkt). Doch er gab sie uns nicht, damit wir unsere To Do-Liste auffüllen können. Er tat es auch nicht, damit wir das Gefühl haben, dass wir diese Gnadenmittel nur in unser Leben integrieren müssen, um uns seine Gnade zu erarbeiten. Nein, nein, nein!

Gott gab uns diese Gnadenmittel aus Seiner Liebe und Gnade und Barmherzigkeit heraus. Wir können nichts tun, um Seine Liebe und Gnade und Barmherzigkeit zu verdienen oder zu vergrößern!

Diese Gnadenmittel wurden uns Menschen gegeben, damit wir Gemeinschaft mit Gott haben, Seine Liebe zu uns erkennen, andere (auch die schwierigen Menschen in unserem Leben!) lieben und die gute Nachricht von Jesu Opfer und unsere Errettung verkündigen können.

Je mehr wir Gott kennenlernen, umso mehr können wir werden wie Er – werden, wie Er uns gedacht hat.

Gnadenmittel – Bibellese

Selbst in der Bibel heißt es immer wieder, dass wir in Gottes Wort bleiben sollen. Mit anderen Worten: Wir sollen die Bibel lesen.

Früher, gab es keine Bibel, da mussten die Leute die Bibel auswendig lernen oder sich auf die Menschen verlassen, die sie auswendig kannten. Und selbst mit der Erfindung des Buchdrucks wurde es nicht einfacher, denn die Bibel wurde immer noch in Latein oder Griechisch gedruckt und das normale Volk hat diese Sprache nicht gelernt. Martin Luther änderte das und setzte sich dran, die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen. Auch in England und in anderen Ländern gab es Menschen, die sich an diese Aufgabe setzten – und deshalb stark verfolgt wurden, denn die Obrigkeiten der damaligen (röm.-kath.) Kirche sahen darin einen möglichen Machtverlust. Es kann ja nicht angehen, dass das gemeine Volk selbst die Bibel lesen kann. Man könnte einige Aussagen der Prediger (die ihnen ein gutes Leben bescherte) auf einmal wiederlegen.

Tja, und als Frauen hatte man selbst danach noch lange Zeit ein Problem, da Bildung für Frauen als nicht notwendig erachtet wurde. Zum Glück haben sich diese Zeiten – zumindest in den westlichen Gefilden dieser Welt – geändert:

  • Mädchen dürfen zur Schule gehen und Lesen lernen.
  • Mädchen/Frauen dürfen eine eigene Meinung haben und inzwischen sogar wählen.
  • Die Bibel ist leicht verfügbar und das auch in den unterschiedlichsten Übersetzungen, so dass für jeden etwas dabei ist: Dem Traditionisten (Luther Bibel 1984 oder Schlachter 2000), den Jugendlichen (Hoffnung für alle), den Kindern (es gibt unterschiedliche Kinderbibeln für Kinder aller Altersstufen) und es gibt auch Bibeln in einfachem Deutsch, so dass es auch neuen Gläubigen möglich ist, die Bibel zu verstehen (Neues Leben Bibel, Gute Nachricht, Neue Übersetzung).

Ja, es gibt zum Beispiel die Neue Übersetzung Bibel für EUR 2,99. Man kann also nicht sagen, dass man wirklich tief in die Tasche greifen muss, um sich eine Bibel leisten zu können. Und obwohl sie einfach geschrieben und so günstig ist, hat auch die Neue Übersetzung Bibel Querverweise zu anderen Bibelstellen und Erklärungen.

John Wesley bezeichnete die Bibel als ein Gnadenmittel, denn wir können immer wieder auf sie zurück greifen und darin lesen. Und das sollten wir nicht nur einmal im Jahr tun, um die Weihnachtsgeschichte (Lukas 2) zu lesen, sondern wir sollen sie täglich lesen. Und ich kann Ihnen versichern, selbst im Alten Testament, das mir früher immer so fremd und nicht in mein Leben hinein sprechend vorkam, fand ich mich so oft wieder (positiv wie negativ), erkannte ich so oft, wie Gott immer und immer wieder Gnade walten ließ und Hilfe gab. Wir müssen uns einfach nur hinsetzen und sie lesen.

Und wenn dazu keine Zeit ist, dann sollte man sie sich anhören. Es gibt zum Beispiel die kostenlose App „YouVersion„, bei der es täglich einen „Vers des Tages“ (nicht analog zu den Losungen!), diverse Bibelstudien-Pläne für 3 – 31 Tage (motivierend, erfrischend, erhellend) und eben auch die Bibel gibt. Und wenn man direkt zur Bibel geht, kann man sie sich auch vorlesen lassen. Ideal für die Bahn- oder Busfahrt, für die Zeit kurz vor dem Schlafengehen…

Das Lesen der Bibel vertieft nicht nur unsere Beziehung mit Gott indem wir Ihn besser kennenlernen, sie vertieft auch die Beziehung zu uns selbst. Ich habe manches über mich kennengelernt, was mir meine Freunde (leider) nie sagen würden oder was ich selbst nie über mich gesagt hätte, es aber gut tut, es zu lesen, weil es mir zeigt, dass ich gar nicht so schlecht bin.

Und wissen Sie was? Wenn Sie mal das Gefühl haben, dass Sie ein paar Tage lang faul waren, sich haben ablenken lassen oder aufgrund von Krisen einfach keine Zeit da war, so kann ich ihnen versichern: Selbst die ach-so-berühmten-Gottesmänner hatten ihre Zeiten, in denen sie nicht so perfekt waren. Und wenn wir die Geschichten über diese Herren lesen, werden wir erkennen, dass wir im Vergleich zu deren Fehlern, vermutlich gar nicht so übel sind. Und wenn diese Männer trotz Ihrer Verfehlungen dennoch im Glauben bleiben konnten und dennoch eine Beziehung zu Gott hatten und Gott mit Ihnen war, dann können wir auch sicher sein, dass Gott auch mit uns eine Beziehung haben will und mit uns ist – egal, wo wir uns gerade auf unserem Lebenspfad befinden. Wir können nicht so weit unten sein, dass Gott uns nicht finden kann und nicht von uns gefunden werden will.

TIPP: Um die Bibel besser zu verstehen, um sie zu studieren, empfehle ich, ein Bibel Journal zu führen. Es gibt die unterschiedlichsten Arten, wie man ein Bibel Journal führen kann. Anbei zwei Links, in denen Sie sich mehr damit beschäftigen können. Ich selbst kam über die YouTuberinnen Ashley und Taylor Krause (#CoffeeandBibleTime) zum Führen des Bibel Journals und ich muss sagen, ich habe seither viel gelernt. Selbst über das Bibelstudium selbst und die unterschiedlichen Arten, wie man das machen kann. Schauen Sie sich um, recherchieren Sie und finden Sie kombinieren Sie die für Sie richtigen Techniken, um die Bibel zu lesen, zu verstehen und zu studieren.

Bible Journal Guide: Tips, Prompts, Ideas and Examples by Josh Applegate (Englisch)
Simplest Way to Study your Bibel by Coffee and Bible Time (Englisch)
Bibelstudium.de (Deutsch) (Tipps und Informationen)

Gnadenmittel – Gebet

Heute war ein herrlicher Novembertag: Neblig! Zumindest in der Nacht und am Morgen.

Und mir fiel ein schöner Vergleich ein: Gebet ist wie ein sanfter Nebel, der sich auf die Erde legt und alles einhüllt. Nebel bringt Milde, wo bei klarem Wetter Frost herrscht. So ist es auch mit Gebet. Denn das Gebet macht uns Gottes Gegenwart bewusst, Seine Gegenwart umhüllt uns und schirmt die Kälte der säkularen Welt von uns ab.

In Lukas 5,16 wird es sogar als „Gemeinschaft mit Gott in der Einsamkeit“ bezeichnet:

„Er aber zog sich zurück in die Wüste und betete.“

Jesus, der Sohn Gottes, der ganz Mensch und ganz Gott war/ist, zog sich regelmäßig zurück in die Einsamkeit, um Gemeinschaft mit dem Vater zu haben. Oft früh morgens – wie es Seine Gewohnheit war – liest man oft im Evangelium. Aber eben auch nach einem anstrengenden Tag voller Predigen und Heilen. Wenn es für Jesus unerlässlich war, sich regelmäßig/täglich intensiv durch Gebet in Gottes Gegenwart zu begeben und Gemeinschaft mit dem Vater zu haben, wie viel mehr müssen wir, die wir „nur“ Mensch sind, diese Gemeinschaft suchen, um in dieser säkularen Welt voller Egozentrik zu überleben?

Viele Menschen stellen sich Gebet bzw. Gebetszeit langweilig vor. Und wissen Sie was: Mir ging es früher nicht anders. Als ich noch Atheistin war, war es ohnehin undenkbar für mich. Aber selbst als ich zum Glauben kam, konnte ich mir nicht vorstellen, eine Gebetszeit zu halten. Aber wissen Sie was: Es gibt kaum etwas, was einen mehr entspannen und aufbauen kann, als eine Gebetszeit.

Und machen Sie sich keinen Kopf, welche Gebetsstellung Sie einnehmen sollen. Gott ist es egal, ob Sie sitzend, kniend, stehend (mit oder ohne ausgebreiteten Armen) oder liegend beten. Ob Sie die Gebete laut aussprechen oder still im Herzen beten. Ob Sie staunend und bewundernd durch die Natur spazieren oder ob Sie Ihre Gebete lieber aufschreiben. Eines ist sicher, Gott hört sie. Denn Gott weiß, was in Ihrem Herzen ist und was Sie berührt.

Anfangs kommt es einem lange vor. Man glaubt, nach 5 Minuten schon alle Gebete gesprochen zu haben. Aber das ändert sich. Denn mit der Zeit ist das Gebet/die Gebetszeit kein Punkt mehr, den man „abarbeitet“. Doch das ändert sich mit der Zeit. Man arbeitet die Gebete nicht mehr ab. Man genießt sie!

Doch Gebet ist nicht nur, dass man Gott zu textet. Nein, Gebet hat unterschiedliche Aspekte:

  • Bitte
  • Fürbitte (sehr wichtig, auch an andere zu denken)
  • Zuhören (Gott will auch mit uns reden und nicht nur zuhören müssen)

Bedenken Sie, dass Gebete nicht nur persönlich sind, sie können auch transformieren. Insbesondere, wenn Sie Gott die Möglichkeit geben, auch zu Ihnen zu sprechen. Dann haben Sie die Möglichkeit, Seinen Plan für Ihr Leben zu leben. Und glauben Sie, das bedeutet, dass Ihr Leben viel aufregender wird, als Sie es sich hätten vorstellen können.

Ich empfehle Ihnen, ein Gebets-Journal zu führen. Schreiben Sie auf, wofür Sie gebetet haben. Und halten Sie fest, wenn ein Gebet erhört wurde. Wenn man darauf achtet, wird es wirklich interessant, wie viele Gebete erhört werden. Wenn es auch nicht immer so verläuft, wie man es sich gedacht hat. Denn vor einem sollten Sie sich hüten: Schränken Sie Gott nicht ein. Geben Sie Ihm kein Limit, keine Frist und versuchen Sie nicht, die Antwort auf Ihr Gebet vorzuschreiben. Lassen Sie sich überraschen. Gott hat mehr Phantasie und Weitsicht als Sie und ich es je haben können.

Das setzt aber voraus, dass Sie Gehorsam üben müssen. Vermutlich der schwierigste Teil im Leben. Bei Weitem jedoch der besser Teil.

Gnadenmittel – Einführung

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bin dankbar!

Ich danke Gott

  • für den goldenen Oktober, den wir hatten.
  • für den schönen (nassen) November, den wir bisher haben (ich liebe Regenwetter, auch wenn mein Hund das anders sieht).
  • für meine Tiere.
  • für meine kleine Wohnung, da ich darin ehemaligen Straßentieren ein Heim bieten kann und sie auch mir Schutz und Wärme bietet.
  • für fließendes Wasser, das ich je nach Bedarf oder Laune jederzeit auch warm zur Verfügung habe.
  • für die Menschen, die Gott mir zur Seite stellt.
  • für meinen Arbeitsplatz und dass er mich immer wieder bewahrt.
  • dass ich hier geboren wurde und als Frau nicht als wertlos erachtet werde, sondern schon als Kind die gleichen Ausbildungschancen wie die Jungs hatte.
  • für die Gnade, die Gott mir jeden Tag wieder gewährt.

Es gibt tausende Dinge, für die wir Gott dankbar sein können. Die meisten erachten wir als selbstverständlich. Aber so selbstverständlich sind die gar nicht.

Viele sagen: „Wieso soll ich Gott danken, ich arbeite schließlich für mein Geld, damit ich mir die Wohnung und mein Leben gestalten und unterhalten kann.“

Aber ist es wirklich so selbstverständlich, dass man einen Arbeitsplatz hat? Dass man eine Wohnung hat, die man bezahlen kann und dennoch Geld zum Leben übrig bleibt? Ist es selbstverständlich, dass man zwar seine täglichen Herausforderungen durch/mit andere/n Menschen erlebt, aber dennoch nicht in so eine Krise rutscht, dass man sich in Alkohol oder Drogen flüchtet (was meistens mit sich bringt, dass das Leben außer Kontrolle gerät und man sich auf einmal auf der Straße wieder finden kann)?

Heutzutage erleben wir alle zwei bis drei Monate eine Krise. Krisen schütteln uns ordentlich durch, doch sie können hilfreich sein, denn sie sorgen dafür, dass wir die bequeme Komfortzone verlassen müssen. Wir können durch sie wachsen.

Klarstellung: Ich behaupte nicht, dass diese Krisen von Gott kommen, dass Gott das Böse zulässt und er stillschweigend daneben steht, wenn uns etwas schlechtes/schreckliches widerfährt. Auf gar keinen Fall ist das meine Meinung!

Aber Krisen gibt es. Es passieren auch schlechte Dinge im Leben. Und es passieren auch schreckliche Ding im Leben eines jeden von uns. Das geht jedem einzelnen Menschen auf dieser Welt so.

Es gibt jedoch Unterscheidungsmöglichkeiten: Wie wir damit umgehen!

Jammern wir und bleiben wir für den Rest unseres Lebens in diesem schlimmen Augenblick gefangen und wachsen nicht mehr als Mensch und/oder im Glauben? Sehen wir nur noch das Negative und fühlen uns allein gelassen?

ODER

Akzeptieren wir den Schmerzen und bemühen uns, nicht auch noch unsere Zukunft davon beeinträchtigen zu lassen? Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern und der Schmerz kann immer wie ein Dorn in uns sein und eine Narbe auf unserer Seele sein. Ich sage gar nicht, dass es einfach ist, über schreckliche Erfahrungen hinweg zu kommen. Es ist immer wieder ein Prozess und Prozesse brauchen ihre Zeit! Aber ich sage, dass es möglich ist. Aus eigener Erfahrung.

Die Frage ist also, wie wir damit umgehen, wenn uns schlimme/schreckliche Dinge wiederfahren. Glauben wir dem Teufel, der uns in dem Schmerz gefangen halten will? Oder glauben wir Gott, dass Er immer bei uns ist und hält und uns Kraft gibt, auch wenn er die Tat nicht verhindern konnte?

Ich entscheide mich zu Letzterem. Ich halte mich an Gott. Denn Gott hält mich!

Da mir klar ist, dass ich im Moment des Schmerzes nicht wirklich klar denken kann, bin ich Gott auch für seine Gnadenmittel dankbar, die Er mir zur Hand gibt, damit ich eine Beziehung zu Ihm haben darf und Er mir immer wieder sagen kann, dass ich nicht alleine bin.

John Wesley, englischer Erweckungsprediger, definierte drei Gnadenmittel, die Gott uns zur Verfügung stellt:

  1. Gebet (allein im stillen Kämmerlein wie auch mit anderen in Gemeinschaft)
  2. Bibelstudium (lesen, hören und darüber nachsinnen)
  3. Abendmahl (Speisen bewusst in Gedenken an Jesus zu sich nehmen)

In den kommenden Wochen werde ich in meinen Beiträgen einzeln auf diese drei Gnadenmittel eingehen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit und Dankbarkeit im Herzen!

Zur Ruhe kommen

Urlaub. 7 Tage frei. Ich dehnte diesen Urlaub (ich habe noch zwei Tage!) letztes Wochenende kurzfristig auch auf den Blog aus.

Es ist wichtig, dass man auch mal zur Ruhe kommt. Das gilt für Jung und Alt. Wobei – Sie haben es bestimmt auch schon bei Ihrem Notebook, einer Fernbedienung oder der Kamera gemerkt – es sich mit voranschreitendem Alter so verhält, dass die Akkus schneller leer werden und man sie häufiger aufladen muss. Bei uns Menschen ist das nicht anders. Auch wenn ich es früher nie glauben wollte, aber meine Akkus sind wesentlich schneller leer als sie es noch vor 3, 10 oder 15 Jahren waren.

Ich stolperte – wie es häufig passiert, wenn man sich gezielt Videos auf YouTube ansieht – über einen Beitrag über ein wunderschönes, kleines Haus aus Holz mit vergipsten Wänden namens „Innermost House“, das mitten in einem Wald in Nordkalifornien steht. Ohne Stromanschluss und somit ohne viel Ablenkungsmöglichkeiten. Ein Ort, an dem man sich hervorragend zurückziehen kann – und das, ohne sich zu langweilen, denn es war zwar sehr klein, aber es hat eine tolle Bibliothek!

Nun, mich zieht es nicht unbedingt über den großen Teich, aber so ein kleines Holzhaus (ich liebe Holz!!!) in einer ruhigen ländlichen Gegend würde mir durchaus gefallen. Kein Strom ist kein Problem für mich – denn ich lebe bereits über zehn Jahre ohne Kühlschrank und habe gelernt, wie man was wie lange aufbewahren kann. Und auf einer einzigen Stelle im Kamin zu kochen schockiert mich auch nicht. Solange ich genug Bücher und einen Platz zum Schreiben habe, bin ich glücklich.

„Aber die Wäsche!“ warf mein Vater ein, nachdem ich den Eltern bei deren Besuch die Videos gezeigt hatte. Hm ja, Wäsche, da gibt es bestimmt eine Lösung, dachte ich. Und ja, es gibt sie. Es gibt Hand-Waschmaschinen, die wie übergroße Salatschleudern aussehen und mit denen man auch waschen kann. Also kann ich auch bei einem solch schönen Ort (ohne Strom) den Luxus sauberer Kleidung genießen. Und dass man nicht bügeln kann ist nun wirklich nichts, was mir fehlen würde.

Was mir anfangs bestimmt fehlen würde, ist die Tatsache, dass ich mir nicht mal eben einen Film ansehen kann – weder aus Langeweile, noch, um mich vor einer ungeliebten Aufgabe zu drücken. Und ich gebe zu, dass ich mich damit recht schnell ablenke. Doch auch das ist eine reine Gewohnheit. Ebenso wie die Nutzung von Telefon und Computer Gewohnheiten sind. 2009 besann ich mich aufgrund einer Erfahrung, wie schnell das Leben vorbei sein kann und sagte in kurzer Zeit der Oberflächlichkeit ab: Telefon und Internetanschluss wurden gekündigt. Ich hatte nur noch ein Mobiltelefon, sodass ich im Notfall andere (z. B. die Firma, wenn ich krank war) erreichen konnte oder um mich mit den Eltern zu einem Treffen in Frankfurt oder Mannheim zu verabreden. Fernseher und Kühlschrank waren ohnehin bereits abgeschafft. Ich hatte keine Langeweile!

Ein wenig sehnsüchtig denke ich jetzt an diese Zeit zurück. Ich hatte sie ganz vergessen. Ich hatte die Ruhe vergessen. Und Ruhe, das ist etwas, wonach ich mich sehne.

Einladung…

Quelle: https://www.pinterest.de/meadowsongs/innermost-house-michael-and-diana-lorence/?autologin=true

Dieses Bild ist wie eine Einladung. Jetzt kann ich natürlich entscheiden, ob dieser leere Sessel eine Einladung für Jesus ist, dass ich Ihn in mein Leben hinein einlade (statt Ihm nur zu bestimmten Zeiten die Tür zu meinem Leben zu öffnen und Ihn ansonsten draußen zu lassen) ODER ob es eine Einladung Gottes ist, sich in Ruhe hinzusetzen und Ihm die Möglichkeit zu geben, mit mir zu reden und Gemeinschaft mit mir zu haben.

Gemeinschaft…

Zwei, sich gegenüber stehende Sessel. Das ist das Wohnzimmer. Und mehr braucht es nicht, wenn man eher zurückgezogen lebt. Für das Ehepaar, das in dem Haus einige Jahre lebte, war es hervorragend. Auch sie konnten Gemeinschaft haben, ohne durch andere Dinge abgelenkt zu sein. Und man kann einiges tun: Miteinander reden, lesen oder einfach nur dem Feuer im Kamin zuhören und ein heißes Getränk genießen…

Ich will zurück zu dieser Ruhe. Und Gemeinschaft mit Gott haben. – Wenn ab und zu ein Mensch im Sessel gegenüber sitzt ist mir das natürlich auch recht. Schließlich ist Gott immer um uns herum, wir beachten Ihn nur zu selten und sind uns dessen nicht immer bewusst.

Hier ist der Link zu einem der Videos über „Innermost House“: https://www.youtube.com/watch?v=lDbrUk2xYBo&list=FLib5cHWgdpOkcDyGBvQ7TGQ&index=5&t=0s

Hilfe in schlechten Zeiten – Gott

Eines ist sicher, wenn man einen Blog schreibt, in dem es um Gott, den (christlichen) Glauben, das Leben, Minimalismus, Lebensstil(e) etc. geht, fällt es manchmal wirklich schwer, sich in einem Beitrag auf nur ein oder zwei Themen konzentrieren. Bei mir besteht zumindest die Gefahr, dass ich sonst viel zu sehr ausschweifen würde und man wüsste am Ende gar nicht mehr, was denn nun die eigentliche Aussage des Blogbeitrags ist/sein soll. Aus diesem Grund bemühe ich mich, nicht allumfassend auszuholen, sondern mich auf die derzeit wichtigsten Themen zu konzentrieren.

Mich beschäftigen in den letzten Wochen einige Themen sehr intensiv und es fasziniert mich immer wieder, wie diese beim Bibelstudium, durch (Hör)Bücher oder bei Predigten angesprochen werden, ohne dass es hier koordinierte Pläne oder irgendwelche Absprachen gibt.

Gottes Wege sind unergründlich („aber sie führen immer zum Ziel
 – wie Heinz Rühmann alias Pater Brown seinem Bischof konterte).

Einerseits möchte ich es mir gemütlich machen. Es ist Herbst* und somit genieße ich den kleinen Luxus wie heißen Tee, Kerzenlicht, einfaches aber warmes Essen, alte Krimi-Hörspiele oder die Ruhe in der Wohnung. Ich lese Bücher, wie man diese Gemütlichkeit vielleicht auch auf andere Weisen genießen könnte. So lernte ich ja auch den dänischen Lebensstil Hygge kennen. Neben all dem vergesse ich aber nicht das Lesen in der Bibel bzw. das Studieren der Bibel. Immerhin will ich eine feste Beziehung mit Gott haben und dazu muss ich ihn so gut wie möglich kennen(lernen). Das kann ich nur, wenn ich sein Wort studiere und Zeit mit ihm verbringen.

*Ich bin ein Herbst/Winter-Mensch und somit bei dem grauen, regnerischen Wetter und den kurzen Tagen vollkommen in meinem Element!

Andererseits geht es mir seit dem Sommer nicht so gut. Es ist nichts gravierendes, um das man sich Sorgen machen müsste, doch mir reißt es immer wieder ohne Vorwarnung den Boden unter den Füßen weg. Und ich muss dann jeden Tag wieder von vorne aus dem tiefen Loch herauskraxeln. Ich verstehe gar nicht, wie ich das in den 20ern ohne Glauben geschafft hatte. Heute wäre ich – ohne meinen Glauben und Gott – gar nicht mehr da, um diesen Beitrag zu schreiben. Und daher sind für mich auch die Themen wichtig, wie man im Glauben bleiben kann, wenn die Zeiten nicht entspannt und gemütlich sind.

Es gibt verschiedene Ursachen, warum die Zeiten nicht so gut sind und die uns immer wieder (ver)zweifeln lassen. Es sind Anfechtungen des Teufels, der uns von Gott wegtreiben will. Es sind Ruhe-Zeiten Gottes, in denen Gott zwar bei uns ist und im Verborgenen wirkt, aber wir können von uns aus nicht seine Nähe spüren und verlieren dadurch unseren inneren Frieden. Es sind Umstände, die durch die Entscheidungen von Menschen in unserem Umfeld getroffen werden, die wir nicht beeinflussen können, die uns aber das Leben schwer machen. Die Ursachen schlechter Zeiten sind so individuell und verschieden wie wir alle.

Was in schlechten Zeiten ganz, ganz wichtig ist, ist, im Glauben zu bleiben und bei Gott zu bleiben. Ich weiß genau, dass es sehr leicht gesagt ist, aber eine enorme Willenskraft braucht, dies wirklich zu tun. Man hat das Gefühl, als ob eine riesige Mauer zwischen einem selbst und der Bibel ist. Gott ist nicht mehr fühlbar. Doch um Gefühle geht es bei der Beziehung mit Gott nicht. Es geht um Glauben. Gefühle sind flatterhaft – Glaube ist standhaft. So muss ich mich also in schlechten Zeiten zwingen, den Glauben wichtiger zu nehmen als meine negativen Gefühle.

Es ist jedes Mal wieder bemerkenswert zu erkennen, dass die Gefühle sich verbessern, wenn ich mich – entgegen der ursprünglichen Gefühle – gezwungen habe, in der Bibel zu lesen / zu beten / Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben. Würde ich den Gefühlen folgen, würde ich mich daheim einigeln. Decke über den Kopf und im Bett bleiben. Aber damit würde ich meiner Beziehung mit Gott schaden. Also muss mein Verstand/Wille meine Gefühle überrumpeln und ich muss auf Jesus vertrauen, der sagt:

„Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.“
Johannes 15,7 (Luther 1984)

Seien wir ehrlich, was wollen wir denn, wenn es uns schlecht geht, wenn es schlechte Zeiten sind? Wir wollen, dass es wieder besser wird. Dass wir die schlechten Zeiten möglichst bald hinter uns lassen können und die guten Zeiten wieder kommen.

Genau das passiert, wenn wir auch dann in Gottes Wort bleiben (die Bibel lesen/studieren) und beten, auch wenn wir uns nicht danach fühlen und uns am liebsten nur irgendwie ablenken/berieseln lassen würden. Wenn wir dem Glauben mehr Beachtung schenken als den Gefühlen, kommen wir auf alle Fälle wieder in gute Zeiten. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht in den nächsten Wochen, doch es wird eher geschehen, als wenn wir unseren Gefühlen freien Lauf ließen.

Zeit mit Gott zu verbringen, kann eine kunterbunte Erfahrung sein!

Hygge? Aber bitte mit Gott!

Letzte Woche habe ich eine kurze Einführung über Hygge gegeben. In der Woche kam mir in den Sinn, dass man zu Hygge auch sagen könnte: Hygge ist eine „Feier des MEHR“.

Wenn ich es „nüchtern“ betrachte, ist es schon Luxus, dass wir – zumindest die meisten von uns in diesen Breitengraden – jederzeit eine heiße Tasse Tee, Kaffee oder Kakao genießen können. Wenn man Hygge zelebrieren will, dann fügt man diesem Luxus noch ein MEHR an Zucker, Honig, Zimt oder andere Dinge hinzu.

Hygge kann man also als eine Feier des MEHR, des Überflusses, des Luxus bezeichnen. Wenn ich so überlege, was ich über diesen dänischen Lebensstil gelernt habe, so ist es die Tatsache, dass es sich um gute Zeiten handelt.

Ich bin sicher, dass wir alle hoffen, so viele gute Zeiten wie nur irgend möglich zu erleben. Und das ist auch gut so. Solange es nicht auf Kosten anderer geschieht, dürfen wir uns auch darum bemühen, dass es so bleibt oder so oft wie nur irgend möglich wieder kommt.

Geht es Ihnen allerdings so wie mir, dann haben Sie bereits einige Lebenserfahrung sammeln können. Gute Zeiten gibt es nicht ohne Ende. Und dann? Was machen wir, wenn die guten Zeiten vorbei sind? Wenn wir krank sind? Wenn es uns nicht gut geht? Wenn wir, aus welchem Grund auch immer, unseren Arbeitsplatz verlieren und es eng im Geldbeutel wird? Wenn wir in eine Notlage geraten.

Hygge ist eine tolle Sache. Wenn es uns gut geht.

Ich weiß nur eins: So schön und gemütlich Hygge klingt. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass es immer gute Zeiten gibt (ist auch gut so). Tatsächlich können die guten Zeiten recht rar sein. Egal, wie viele schöne Dinge ich um mich herum hatte und/oder noch habe. Dinge helfen nicht über Probleme, Herausforderungen, Versuchungen oder Anfechtungen hinweg. Dinge helfen nicht über schlechte Zeiten hinweg. Man mag sich eine kurze Zeit ablenken können, aber von genießen kann keine Rede sein.

In den wenigen Jahren, in denen ich nun im Glauben bin, habe ich gelernt, dass ich wirklichen Trost, inneren Frieden und Versorgung nur durch Gott erfahre. Wenn es mir schlecht geht, hat mir bisher immer nur Gott helfen können. Durch Sein Wort (die Bibel). Manchmal waren es auch Predigten. Manchmal Teile aus (Hör-)Büchern, in denen es um Glauben / Leben im Glauben geht. Aus den tiefsten Tiefen, die ich in den letzten Jahren erlebte, war es immer nur Gott, der mir half, wieder Licht zu sehen.

Gott allein. Nicht das Lieblingsgeschirr, nicht die Lieblingsteesorte, nicht dieses oder jenes Extra. Sie können mir glauben, ich habe versucht, mich durch Dinge wieder aus dem Tief heraus zu holen. Ich habe es auch mit vielen Methoden und Techniken aus der Persönlichkeitsentwicklung versucht (die alle auf reinen Willensaufwand basieren). Nichts. Damit kam ich nicht raus.

Ich sage nicht, dass es einfach ist. Wenn man an einem Tiefpunkt ist, fällt es manchmal schwer, sich auf Gott zu konzentrieren. Bei mir ist es zumindest so. Ich habe dann auch Probleme, mich auf das Lesen der Bibel zu konzentrieren. Oft ist da die Tendenz, sich durch Filme abzulenken. Doch damit geht der Tiefpunkt nicht vorbei. Man verzögert nur den Aufstieg. Wenn ich mich aber – obwohl ich mich nicht danach fühle, weil ich entweder gar nichts fühle, oder mir alles weh tut – dennoch hinsetze und anfange, in der Bibel zu lesen, dann kommt Gott zu mir. Die Worte sprechen in mein Leben hinein. Auch wenn sie vor zweitausend Jahren geschrieben wurde – sie ist immer noch gültig.

So schön Hygge klingt und so vernünftig dieser Lebensstil ist: Lieber verzichte ich auf alles „MEHR“ in meinem Leben, solange ich nur Gott habe. Auf Gott kann ich mich immer verlassen. Er verlässt mich nicht (auch wenn man manchmal meint, Ihn nicht mehr spüren zu können). Gute Zeiten kommen und gehen. Doch Gott ist unveränderlich. Damals. Heute. Zukünftig.

Nebenbei: Mit Gott kann man auch Hygge prima genießen! Schließlich freut sich auch Gott (mit uns), wenn es uns gut geht und wir das Leben, dass er uns geschenkt hat, genießen können.

Hygge

Während meines Urlaubs letzte Woche wurde mir dieses Buch empfohlen. Und ich kann nur sagen: Bin ich froh, dass ich es mir gekauft habe!

„Hygge“ ist ein dänisches Wort und ein allumfassender Ausdruck der Gemütlichkeit, Genießen, Wärme und Geselligkeit in sich vereint. In dem Buch geht es um den dänischen Lebensstil. Kleine Erinnerung: Die Dänen haben die höchste Lebensqualität.

Das Hygge-Manifesto lautet wie folgt (S. 46/47 übersetzt):

  • Atmosphäre (gedämpftes Licht)
  • Präsenz (Hier sein. Telefon ausschalten)
  • Freude (Kaffee, Schokolade, Kekse, Kuchen, Bonbons. Her damit!!!)
  • Gleichheit („Wir“ geht vor „mir“. Aufgaben und die Zeit draußen teilen.)
  • Dankbarkeit (Annehmen. Es wird so gut sein wie es kann.)
  • Harmonie (Es ist kein Wettkampf. Wir mögen dich bereits. Keine Notwendigkeit über Deine Erfolge/Errungenschafen zu reden.)
  • Komfort (Mach’s Dir gemütlich. Mach eine Pause. Es geht nur um Entspannung.)
  • Waffenruhe/Burgfrieden (Keine schwierigen Unterhaltungen. Über Politik kann man an einem anderen Tag reden.)
  • Zusammengehörigkeit (Beziehungen aufbauen und unterhalten. „Erinnerst Du Dich als wir …?“)
  • Schutz (Das ist Dein Clan. Dies ist ein Platz des Friedens und der Sicherheit.)

Was immer wieder in dem Buch hervorgehoben wurde sind Kerzen. Ich fühle mich allein schon beim lesen wohl, denn Kerzen sind bei mir schon seit dem Teenager-Alter ein absolutes MUSS. Selbst im Hochsommer mit über 40°C. Weil’s einfach eine schönere Atmosphäre gibt. Und jetzt im Herbst ist es natürlich noch schöner!

Ob man nun Kaffee, Tee oder heißen Kakao trinkt – es geht immer noch ein bisschen mehr „hygge“-lig. Nämlich mit Zucker, Honig oder Sahne im Kaffee, Tee oder Kakao. Und dazu bitte nicht die Schokolade, Pralinen, Kekse oder den Kuchen vergessen. Dazu gehört auch, dass man das Gebäck und den Kuchen selbst backt – der Duft, der sich beim Backen in der ganzen Wohnung / dem Haus verteilt, macht alles noch viel gemütlicher – pardon, „hygge“-lig.

Doch zu Hygge gehört eben auch, dass man sich auf das konzentriert was man gerade macht und sich mehrmals die Woche mit Familie und Freunden trifft. Das können größere Zusammentreffen sein, es können auch nur insgesamt 3-4 Freunde in gemütlicher Atmosphäre bei leckerem Essen sein. Doch die Geselligkeit gehört dazu. Und zwar daheim, nicht so sehr draußen, wie man es in Deutschland eher gewohnt ist (insbesondere im Sommer).

„Hygge“ kann unterschiedlich aussehen. Gestern Abend sah es bei mir z. B. so aus:

„Hygge“ Lesezeit – aber ja, ich hatte die Süßigkeiten vergessen. Ich bin halt noch ein Anfänger. 😉

Guckt mal… Mama… Papa…

Letzte Woche machte ich nach der Arbeit wieder einen kleinen Spaziergang Richtung Hauptwache. An einem Haus war eine kleine Familie und ein kleines Mädchen von etwa vier Jahren und mit hellblonden Haaren rannte zu einer Hausmauer und rief: „Guckt mal… Mama… Papa…!“

Als Mama und Papa dann endlich schauten (die kleinere Schwester musste nebenbei auch beaufsichtigt werden), da rannte das kleine Mädchen los. Ich beobachtete das alles beim langsamen Vorbeigehen und überlegte mir, was sie nun tun würde. Sie war ja schließlich nur etwa 5 Meter von den Eltern entfernt gewesen. Ich schaute auf den Boden. Keine Erhebung, nichts, worüber man springen könnte. Aber vielleicht wollte sie nur über einen andersfarbigen Stein springen… Die Kleine lief so schnell sie konnte… und blieb nach eben diesen circa 5 Metern stehen.

„Aha“ dachte ich, „war ja nun wirklich nichts Besonderes…“ (schöne Grüße vom westlich-kulturell geprägten Leistungsdenken!) Und dann kam der nächste Gedanke: Sie musste nichts Besonderes machen. Sie war ein kleines Mädchen und es war ihr vermutlich wichtig, dass die Eltern mal sehen konnten, wie schnell sie schon war. Ohne über einen andersfarbigen Stein zu springen oder sonst eine besondere Leistung zu erbringen. Für die Eltern war das so auch absolut in Ordnung. Es war ihre kleine, gesunde Tochter, die sich wohl fühlte und freute.

Es ist so abartig, dieses westlich-kulturell geprägte Leistungsdenken*: „Tue etwas, dann bist du jemand!“ Aber bitte nur in den Sparten Arbeit und Sport. Wenn man sich sozial engagiert und etwas für andere (Menschen wie Tiere) tut, ohne Geld dafür zu erhalten (herzliche Grüße an alle Ehrenämtler!) oder vielleicht sogar noch selbst eigenes Geld dafür aufwendet, gilt man (erschreckend oft) nicht als „ein jemand“, sondern als blöd.

Wie absolut bescheuert! Als wenn es nicht ausreichend genug wäre, wenn wir mal wir selbst wären, mit unseren ganz persönlichen, eigenen Schwächen, aber eben auch mit unseren ganz eigenen, persönlichen Stärken, die auch für andere eingesetzt werden. Freiwillig. Weil es einfach schön ist, für andere da zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Wie schön könnte es sein, wenn wir wieder mehr wir selbst sein würden und dabei keine Probleme damit hätten, dass andere Menschen eben auch sie selbst sind. Welch herrliche Synergien könnten da entwickelt und ermöglicht werden.

Doch es gab bei diesen Gedankengängen noch einen ganz anderen Gedanken, der ein Lächeln auf mein Gesicht zauberte:

„Im Himmel“ (wobei er ja wirklich überall um uns herum ist) haben wir einen Vater,…

  • der uns sieht (wo auch immer wir sind),
  • der uns zusieht (was wir gerade machen),
  • der uns lächelnd betrachtet, auch wenn wir gar nichts „Besonderes“ tun,
  • auch, wenn wir gar nichts „tun“, sondern einfach sind/leben.

Hagar (Genesis 17) nannte Gott „El-Roi“ = Gott des Sehens

Gott erwartet keine Höchstleistungen von uns. Er hat seinen Plan für uns und er weiß, was wir tun können und sollten (mit unserem freien Willen entscheiden wir dann immer selbst, ob wir unseren eigenen Ideen/Plänen folgen oder uns von Gott führen lassen – entsprechend sind dann auch die Ergebnisse). Gott kennt unsere Schwächen und Stärken. Gott kann unsere Schwächen problemlos ausgleichen.

„Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
2. Korinther 12,9

Und wenn uns Gott an unsere Grenzen führt, sorgt er auch dafür, dass sich diese Grenzen ausweiten, weil er uns eben die Kraft und entsprechende Befähigung dazu gibt.

Das bedeutet aber nicht, dass er uns mehr liebt, wenn wir uns ihm unterordnen und unser Bestes geben, oder dass er uns weniger lieben würde, wenn wir immer wieder unsere eigenen Wege gehen und von einer Sackgasse in die nächste stolpern.

Gott liebt mich, so wie ich bin! Und es gibt nichts, was ich dagegen tun kann!

Ich muss weder mir noch Gott etwas beweisen. Und wenn ich Lust habe, kann ich mich, wie das kleine Mädchen, von meinem jetzigen Standpunkt (der Hausmauer) abstoßen und so schnell rennen, wie es mir möglich ist. Und wenn ich lieber langsam spazieren gehe, dann darf ich auch schlendern und die Gegend beobachten und das Leben genießen. Und Gott sieht mich, hat seine Augen auf mich gerichtet… Ich muss ihn nicht mal rufen, damit er zu mir hin schaut. Genauso, wie er auch Dich und/oder Sie im Blick hat – und jeden anderen der knapp 8 Milliarden Menschen auf der Welt.

…Danke, Abba!

GOTTvertrauen

In der Bibel begegnen uns immer wieder Personen, die einen festen Glauben an Gott haben und Ihm voll und ganz vertrauen. Und dann gibt es wieder Momente, in denen die gleichen Personen Zeichen von Gott wollen, ob er es wirklich so will, ob er wirklich meint, was er zu ihnen sagt.

Nehmen wir mal Abram (später Abraham) aus Genesis (1. Mose) 15: In diesem Kapitel geht es um den Bundesschluss zwischen Gott und Abram. Bei diesem Bundesschluss geht es darum, dass Gott Abram zusagt, dass von ihm (Abram) ein ganzes Volk (Israel) abstammen wird.

Nur zur Auffrischung: In Kapitel 12 beruft Gott Abram und sagt, dass dieser Haus und Hof (somit Familie, Verwandte und Freunde) verlassen soll, denn Gott würde ihn in ein Land führen, das Er (Gott) Abram erst noch zeigen würde. Und Abram zieht sofort los. Sein Neffe Lot schließt sich zwar sofort an, aber Abram zieht sofort los und vertraut Gott.

In Kapitel 12 heißt es kurz nach dieser Ankündigung Gottes, dass von Abram ein großes Volk abstammen werde. „Alle Völker der Erde werden durch dich gesegnet werden“ (Gen. 12,3b, NLB). Damals hatte Abram nicht widersprochen.

Kehren wir zurück zu Kapital 15: Gott wiederholt Abram gegenüber, dass er (Abram) der Stammvater eines großen Volkes werden würde. Und was macht Abram? Abram widerspricht! Er weist Gott darauf hin, dass er ja keine Kinder hat und sein Verwalter alles erben wird. Und Gott wiederholt, dass der Verwalter nicht Abrams Erbe werden wird. Gott führt Abram hinaus und lässt ihn zum Sternenhimmel schauen, mit dem Hinweis, dass Abrams Nachkommen ebenso zahlreich sein werden, wie es die Sterne am Himmel sind. Und wieder widerspricht Abram und bezweifelt, was Gott ihm da verspricht.

In Kapitel 15 geht es noch etwas weiter, doch ich will an dieser Stelle aufhören. Denn ich möchte hervorheben, dass hier (wieder einmal) eine Person in der Bibel Gott blind vertraut und Haus und Hof verlässt, um in ein ihm noch nicht bekanntes Land geführt zu werden. Aber bei dem wiederholten Versprechen, dass er trotz des hohen Alters noch Nachkommen haben werde, widerspricht Abram Gott mehrfach.

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe schon tolle Erfahrungen mit Gott gemacht, doch Geschenke kann ich nicht gut annehmen (zumindest noch nicht, wenn sie von Gott kommen).

  • Inwieweit vertrauen Sie (und ich) Gott?
  • Würden Sie Gott blind vertrauen und Ihre Komfortzone verlassen, um Gott in ein Land / an einen Ort, das er Ihnen erst noch zeigen wird, folgen?
  • Können Sie Versprechen von Gott, die ein Geschenk von Gott für Sie bedeuten, vorbehaltlos annehmen? – Oder neigen Sie auch dazu, diese eher anzuzweifeln?

Beim Lesen von Kapital 15 wurde mir klar, dass ich Abram ähnlich bin. Ich würde Gott in eine ungewisse Zukunft folgen. Aber Versprechen annehmen, da finde ich jede Menge menschlich-logische Gründe, warum es nicht so kommen kann, wie Gott es verspricht.