Leben an Gott übergeben

Für viele Menschen ist es der Gedanke, ein „Übergabe“-Gebet zu beten und das war’s. Für viele Menschen hat ein solches Gebet, indem sie die Autorität Jesu bestätigen, um Vergebung der bis dahin getanen Sünden und ein neues Leben in Christus bitten, auch wirklich zu einer Veränderung im Leben geführt.

Es gibt auch die Menschen, die Suchende waren, sich mit dem Glauben auseinander gesetzt haben und dachten, es ginge darum, mit dem Verstand eine Entscheidung zu treffen – nur um dann festzustellen, dass man den Glauben auf einmal hat, ohne sich an eine bewusste Entscheidung zu erinnern. Bei mir war es so. Ich hatte kein Übergabe-Gebet gesprochen, keine Entscheidung aufgrund von Argumenten getroffen. Ich hatte – ohne es zu merke – einfach mein Herz geöffnet und stellte auf einmal fest, dass ich den Glauben hatte und Jesus in meinem Leben war.

Um ein wenig zu lernen und 30+ Jahre Atheismus wieder aufzuholen, begann ich eine theologische Ausbildung, um einige Fragen zu klären. Doch eines stellte sich immer weiter heraus: Eine theologische Ausbildung hilft nicht, im Glauben zu wachsen. Man gewinnt zwar einige Einsichten und lernt die eine oder andere Art der Recherche kennen (auf die man mit gesundem Menschenverstand wohl auch gekommen wäre, nur vielleicht nicht so schnell) und ich lernte auch wirklich hilfreiche Informationen und Fallstricke. Aber es gab noch etwas, was ich immer mehr dabei lernte: Ich hatte keine Zeit mehr für Gott. Ich war so mit Geldverdienen (als Halbtagskraft und Alleinversorger) und dem einigermaßen Einhalten und Erarbeiten von Studienzielen beschäftigt, dass ich danach zu müde zum Beten war und in der Bibel lesen nur noch im Zusammenhang mit Recherche für Studienzwecke klappte.

Ich brach ab. Zumal mein Wesen wirklich nicht dem entspricht, wie eine Pastorin sein sollte. Dafür bin ich viel zu undiplomatisch und unbeugsam, um mich Menschen (einem Vorstand, einer Gemeinde) unterzuordnen. Lehren und Predigen waren meine Berufung. Nicht eine Gemeinde verhätscheln, bei der die Hälfte sich angegriffen füllt, weil ich immer wieder in den Predigten darauf hinweise, dass sie mehr Zeit mit Gott verbringen sollen, dass das Beten und lesen in der Bibel essenziell sein sollte.

Viele begnügen sich damit, Jesus in ihr Leben einzuladen, aber dann sind sie auch nicht besser als der Pharisäer, der Jesus zwar zum Essen in sein Haus einlädt, aber nicht als Ehrengast. Ja, der nicht einmal die gängigen jüdischen Regeln der Gastfreundschaft an Jesus einhält (Wasser zum Waschen der Füße zur Verfügung stellen, Haupt mit Öl zu salben). Und ich war irgendwann auch nur noch so. Jesus war definitiv in meinem Leben drin, aber ich behandelte ihn nicht wie den Ehrengast. Er war eher ein Mitläufer. Jemand, an den man sich beim Rundgang durch das Leben, immer wieder vorbeikommt, sich freut, dass er da ist, aber man sich schnell wieder den anderen Dingen widmet.

Und ich wusste, dass ich das nicht will.

Ich will nicht nur ein Leben mit Jesus führen, wie viele andere.
Ich will, dass Jesus mich führt und ich mein Leben nach Seinem Willen ausrichte!

Seit ich die Ausbildung im Sommer 2019 abgebrochen habe, habe ich viel über Glauben gelesen, gehört und gelernt. Ich bin wieder enorm gewachsen. Zwischendurch gab es immer wieder Durststrecken. Fragen, wie mein Leben sein soll, was Gott wohl mit mir vorhat. Ich will meinen Glauben mit anderen Teilen und sie zu einem Leben mit Jesus Christus einladen. Es lohnt sich auf alle Fälle. Aber ich will nicht nur eine von denen sein, die andere penetrant mit Argumenten und Informationen über das Christentum bombardiert und/oder mit der Hölle droht.

Ja, ich glaube, dass es die Hölle gibt. Und ehrlich gesagt, ist ein Leben ohne Jesus die Hölle auf Erden. Egal, wie erfolgreich und glücklich manche zu sein scheinen. Ihnen fehlt etwas. Wie mir auch etwas fehlte, als ich zwar schon im Glauben war, aber kaum noch Ruhe und Energie hatte, um Zeit mit Gott, mit Jesus zu verbringen: Frieden!

Man hechtet einem Ziel nach dem anderen hinter her. Hier ein paar schöne Dinge, dort eine gute Zeit mit Freunden, ab und zu ein feines Essen… Aber etwas fehlte.

Für mich habe ich festgestellt, dass es der Frieden war, der mir fehlte. Mein Ego liebt es, sich auf Herausforderungen zu stürzen, im Aktionismus einzutauchen und sich selbst darzustellen. Aber es ging immer schief. Wenn ich dem Ego nachgab, veränderte sich meine Persönlichkeit ins Negative. Was als gut und wichtig angegangen wurde, verwandelte mich in eine selbstgefällige Person.

Und da bin ich nicht die einzige Christin. Was wohl auch ein Problem ist, warum – zumindest in der westlichen Hemisphäre – Christen nicht wirklich als positiv angesehen werden. Es gibt natürlich die absoluten Ausnahmen. Doch der Großteil ist immer noch wie die Welt um sie herum. Sie wollen den Komfort des Wissens, dass sie nach dem Tod dennoch das ewige Leben haben, dass sie einmal die Woche in die Kirche gehen können, um sich hinterher zu beschweren, wenn der Prediger mal Klartext sprach oder sie herausforderte, ihren Lebenswandel zu verändern, oder die Lieder zu modern, zu alt, in English, die Lautstärke zu laut oder zu leise war…

Noch einmal: In jeder Gemeinde gibt es Ausnahmen und in jeder Gemeinde gibt es eine Vielzahl an solchen Komfort-Christen. Nicht alle Christen sind Komfort-Christen. Keineswegs! Doch dieser Blogbeitrag soll die wach rütteln, die zu den Komfort-Christen gehören oder nur solche im Umfeld haben und sich aus diesem Grund noch nicht entscheiden konnten, sich weiter mit dem Glauben des Christentums auseinander zu setzen.

Als ich aufwuchs hatte ich nur Negativbeispiele von Christen um mich herum. Dann lieber Atheist sein und etwas für die Welt tun, als jemand zu sein, der sich hinter großen Worten und einem Gott versteckt, den man im Leben dieser Person nur leider nicht erkennen kann.

In den letzten Wochen und Monaten wurde mir klar, dass ich keine Lust auf Komfort habe. Ich bin ohnehin kein Mensch, der Routine außerordentlich attraktiv findet. Ich spiele nicht oft auf Sicherheit. Ich mag die Herausforderung, das Springen ins eiskalte Wasser, so dass ich mich warm schwimmen muss. Ja, manchmal muss ich auch wieder ans Ufer schwimmen, um nicht komplett zu ertrinken. Aber manchmal erreich ich eine neue Welt. Doch selbst bei der Umkehr ans rettende Ufer bin ich nie die Person geblieben die ich war.

Das tolle an Jesus ist, dass Er nicht nur auf der neuen Insel oder am rettenden Strand auf mich wartet. Er ist mit mir im Wasser und bringt mich sicher dorthin, wofür ich mich entscheide. Denn ich entscheide mich, ob ich zurück ans rettende Ufer schwimmen will oder ob ich mich auf die Kraft des Heiligen Geistes – auf Jesu/Gottes Kraft – verlasse und die neue Insel anstrebe. Die Entscheidung liegt bei mir. Und Jesus weicht mir nicht von der Seite (!) – es sei denn, ich bilde mir ein, es ohne Ihn zu schaffen und Ihn nicht dabei haben will.

Gott zwängt sich uns nicht auf. Er lädt uns ein. Wenn Er an die Tür unseres Herzens klopft und wir nicht aufmachen wollen, wird er uns sich nicht aufzwingen. Wir haben die freie Entscheidung.

Und ich habe gelernt, dass ich besser lebe, wenn ich Ihn bei allem (!) was ich tue, an meiner Seite habe.

Das bedeutet nicht, dass ich mir nicht doch ab und zu lieber einen Film ansehe, statt in der Bibel zu lesen. Inzwischen ist es nur ein ab und zu. Nicht mehr der Regel. Ich habe nicht mehr täglich ein schlechtes Gewissen, weil ich zu wenig Zeit mit der Bibel oder mit Gebet verbracht habe. Es gibt solche Tage noch, in denen ich es weniger oft tue als an anderen Tagen. Doch es gibt keinen Tag mehr ohne Bibeltext, ohne Gebet – ohne Freude. Nicht mal an schlechten Tagen kann ich kurz vor Mitternacht behaupten, dass ich rein gar keine Zeit mit Gott verbracht habe. Welch ein Trost! Welch ein Friede!

Auch als Christ gibt es Höhen und Tiefen. Durch die Ablehnung in Familie, Freundeskreis, Arbeit vielleicht mehr/öfter Tiefen, mehr Anfeindungen, mehr Beleidigungen, mehr Diskussionen – aber trotz allem auch mehr Frieden, mehr Liebe und mehr Gnade. Ich will Gott nicht mehr missen und ich habe mir vorgenommen, mein Leben wirklich ganz an Ihn zu übergeben. Wirklich mein ganzes Leben!

Ich fing an, „gefährliche Gebete“ zu beten. Gebete, die so offen sind, dass ich keine Ahnung, wie Gott sie beantworten wird. Schließlich kenne ich nicht Seinen Plan für mein Leben und wo ich Seine Gaben am besten zum Einsatz bringe. Dass Gott Gebete beantwortet hat Er mir schon am Anfang meines Glaubens gezeigt. Ich habe einen lebendigen Gott, der durch einen Heiligen Geist Teil von mir ist und der durch den Auferstandenen Jesus den Menschen so begegnet (teilweise auch physisch), wie sie es brauchen! Ich weiß nicht, was auf mich zu kommt oder wie Er etwas bewerkstelligen wird. Ich will Ihm gehorchen und gehen, wenn er mir den Marschbefehl gibt. Auch wenn es bedeutet, die Eltern, Freunde und das Bekannte hinter mich zu lassen und erneut ins eiskalte Wasser zu springen, ohne zu wissen, wo diese neue Insel überhaupt liegt, was mich dort erwartet und ob es mir dort gut gehen wird.

Wie ist das mit Ihnen? Sind Sie bereit, wirklich Ihr ganzes Leben Gott anzuvertrauen, Ihrem Ego einen Maulkorb zu verpassen und nicht mehr das Bedürfnis zu haben, es allen (oder doch zumindest einigen Ihnen wichtigen Menschen) Recht zu machen?

Fangen Sie an, mehr Zeit mit Gott zu verbringen. Egal, ob Sie schon Gläubige/r sind oder noch Suchende/r. Lesen Sie die Bibel, finden Sie Menschen oder Bibelkommentare (Bücher), die Ihnen helfen, Gottes Wort (die Bibel) zu verstehen. Fangen Sie an, zu Gott zu beten. Sie dürfen gerne auch um Zeichen beten. Gideon (Richter 6) hatte mehrfach nach einer Bestätigung gefragt, bevor er sich endlich Gottes Ruf beugte? Man erhält nicht immer sofort eine Antwort, doch ab dem Moment, in dem man um eine Weisung, ein Zeichen, eine Bestätigung von Gott gebetet hat, sollte man sich auch darauf einstellen, eine solche zu erhalten. Das kann sofort geschehen, dass kann über Nacht geschehen, es kann auch nach ein paar Monaten geschehen. Gehen Sie davon aus, DASS es passiert! Denn Er ist ein lebendiger Gott, der weiß, ab wann wir mit Seiner Antwort umgehen können und der die Gemeinschaft mit Ihnen ebenso haben möchte wie mit mir und jedem Einzelnen anderen auf dieser Welt!

Palmsonntag-Gedanken

Die vier Evangelien schreiben über Jesu Einzug in Jerusalem auf einem Eselfüllen am Sonntag vor dem Passah-Fest. Dem großen Fest der Juden, in dem Sie die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten durch Gottes Gnade gedenken.

Bitte lesen Sie die Passage über diesen Einzug, damit Sie wissen, worüber ich nachfolgend schreibe.

Wieso musste Jesus unbedingt auf einem Eselfüllen in Jerusalem ankommen? Esel sind logische Tiere, wenn ihnen etwas nicht logisch erscheint, tun sie es einfach nicht. Daher gelten sie oft als stur. Zu Zeiten Davids ritten auch Könige auf Esel, aber zu Zeiten Herodes waren Pferde die Reittiere, die die Macht und Stellung des Königs empor hoben. Und dieser König der Juden reitet auf einem Esel nach Jerusalem.

Ich finde es besonders, dass es unbedingt ein Füllen sein muss. Ein junges Tier, auf dem noch niemand geritten ist. Eines ist klar, wenn man sich einfach mal so auf ein unberittenes Tier (Esel, Pferd) setzen will, versucht dieses erst einmal, diese ungewohnte Last loszuwerden. Doch das Füllen wirft weder die Oberkleider* ab, die die Jünger auf seinen Rücken legen, noch Jesus selbst.

Mir kommen hierbei zwei Gedanken. Einmal, dass das Tier Jesu als Schöpfer erkennt und da es Teil der Schöpfung ist, lässt es alles gewähren. Zum Zweiten ist da meine Frage, wie alt dieses Füllen wohl war. Matthäus ist der einzige, der schreibt, dass sie die Eselin mit ihrem Füllen holen sollen. Bei den anderen drei Evangelien ist immer nur von dem Füllen die Rede. Ich weiß also nicht, wie alt dieses Füllen ist. Aber ich weiß, dass man sich nicht zu früh auf den Rücken eines Pferdes/Esels setzen darf, um die Wirbelsäule nicht zu schädigen. Wenn sich also ein ausgewachsener Mann auf das Füllen setzt, hätte das Tier einige Probleme. Doch dieses Füllen trägt Jesus, der auch noch auf all den Obergewändern der Jünger sitzt…

Das erinnert mich an Seine Aussage, dass Sein Joch leicht ist. Jesus war wohl auch für dieses Füllen leicht, so dass es keine Probleme hatte, ihn zu tragen.

Jetzt komme ich auch noch einmal auf die Oberkleider zurück. Mich beschäftigte nämlich auch die Frage, warum die Jünger die Oberkleidung auf das Füllen legten. Und ich fand in der Wuppertaler Studienbibel Antwort: Durch das Ablegen der Oberkleider, so dass sich Jesus darauf setzen konnte, war Ausdruck der Hingabe ihrer ganzen Person und ihres Besitzes. Jesus „thronte“ auf ihrem Besitz und in ihrem Herzen.

In Vers 37 lesen wir „Und als er sich schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Wundertaten, die sie gesehen hatten“. Wie kommt es nur zu dieser Menge? Waren es denn nicht nur zwölf Jünger? – Nein, Jesus hatte sich zwar zwölf Jünger als Kerngruppe ausgesucht, denen er besonders viel über das Reich Gottes und das Leben als Sein Nachfolger erklären und zeigen wollte. Aber es gab viel mehr Jünger, die Jesus in der Zeit folgten.

Die Menge lässt sich gut verstehen, wenn man die Vorgeschichte kennt. Denn kurz zuvor war Jesus zu Martha und Maria gerufen worden, da ihr Bruder Lazarus schwer erkrankte. Als Jesus ein paar Tage später dort eintraf, war Lazarus bereits gestorben und neben Martha und Maria trauerten viele Menschen aus dem Ort, in dem sie lebten, wie auch aus Jerusalem mit ihnen. Und dann kommt Jesus, befiehlt, dass der Stein vor der Grabhöhle, in der Lazarus bereits seit vier Tage liegt, weggerollt wird und dann befiehlt er Lazarus aufzustehen und herauszukommen. Und das passiert auch. Lazarus lebt wieder. Ein Wunder! Und dies sprach sich ebenfalls schnell herum – auch in Jerusalem, da ja einige Menschen aus Jerusalem dies mit eigenen Augen gesehen hatten. Daher versammelte sich eine ganze Menschenmenge, um Jesus zu begrüßen.

Weiter heißt es, dass die Menschen ihre Oberkleider und Zweige von Bäumen (Palmenzweige) auf den Boden legten. Dies war ein Zeichen des Respekts, den sie dem König der Juden entgegenbrachten. Damit das Reittier des Königs nicht im Staub der Straße laufen muss.

Die Menschen jubelten Jesus zu und priesen ihn als zukünftigen König der Juden und sehnten das Reich Gottes herbei. Das fand aus zwei Gründen keine wohlwollenden Gedanken bei den jüdischen Führern: Denn erstens bedeutete, dass sie weniger Macht über das Volk haben würden, aber zweitens gab es da auch die Gefahr, dass die Römer nun richtig nervös würden. Immerhin waren der Ruf nach einem neuen König und das Reich Gottes eine Bedrohung für Rom. Dies hätte zur Folge haben können, dass die Römer mit Gewalt allem ein Ende setzen, dass ein Versammlungsverbot, eine Ausgangssperre und weitere Sanktionen hätten verhängt werden können. Ist ja schon schlimm genug, aber so kurz vor dem Passah-Fest?! Schrecklich!

Und was haben wir heute? Es ist kurz vor Ostern und Familien, die nicht zusammen wohnen, dürfen nicht zusammen kommen. Freunde dürfen sich nicht treffen und eine schöne gemeinsame Zeit miteinander verbringen. Man kann in kein Café gehen und es sich dort gemütlich machen. Restaurants, Kinos, Theater, Museen – alles zu! Im Jahr 2020 leben wir in einer Zeit des COVID-19. Ständig und überall ist die Rede von einer Coronakrise zu hören. Firmen steigen auf Kurzzeitarbeit um, Urlaube müssen genommen, Überstunden abgebaut werden, viele Menschen arbeiten nun im Home Office, Geschäfte (sofern es keine Lebensmittelgeschäfte sind) sind geschlossen. Kirchengemeinden dürfen sich nicht mehr treffen. Keine Gruppenbildung über 3 Personen. All das, um eine Ausbreitung dieses neuen Virus zu verlangsamen.

Das hätte auch damals passieren können, kurz vor dem Passah-Fest…

Hätten die führenden Juden doch nur mal die Schrift gelesen, statt sie auswendig zu lernen und sich nur auf ihre eigenen Regeln zu berufen. Jesus wurde angekündigt, wie auch das Reich Gottes. Hätten die führenden Juden doch nur mal Jesus zugehört, nicht, um ihm etwas anhängen zu können, sondern wirklich zugehört, was er über das Reich Gottes sagte. Hätte das Volk doch auch mal aufmerksam zugehört als Jesus über das kommende Reich sprach. Sie dachten an einen neuen König in kostbaren Gewändern gekleidet, die Befreiung von der Besatzungsmacht der Römer, ein befreites Israel.

Welches Königreich wünschen Sie sich? Möchten Sie ein Königreich, wie es die Briten haben? Möchten Sie einen König, der in Deutschland regiert? Oder möchten Sie lieber ihr eigenes kleines Königreich: Ein Vermögen verdienen, ein großes Haus, ein paar tolle Autos, vielleicht ein Boot irgendwo am Mittelmeer, ein Häuschen hier und dort, viel kostbaren Schmuck, begehbare Kleiderschränke, vielleicht einen eigenen Jet…

Oder das Reich Gottes? Das mir versichert, dass ich nach dem Tod ein ewiges Leben in Gottes Gemeinschaft haben darf. Aber nicht genug damit, denn, wenn ich Gottes Reich wähle, bedeutet es, dass ich – wie die Jünger, die ihre Oberkleider auf das Füllen legten – mein Leben und meinen Besitz Jesus übergebe, denn er starb schließlich auch für mich am Kreuz, um mir ein Leben in direkter Verbindung mit Gott zu ermöglichen. Je mehr ich aber eine Beziehung mit Gott habe und ihn in alle Bereiche meines Lebens einbinde, werde ich Seine Segnungen auch in meinem Leben erleben dürfen.

Ich habe meine Entscheidung getroffen und stimme mit Josua überein:

Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.

Josua 24,15b

Wie entscheiden Sie sich?

Die Bibel

…jahrtausende alte Schriften, die in mehreren Konzilen zu einem festen Band von 66 Büchern (so, wie wir sie heute kennen) festgelegt wurde (= Kanonisierung).

Wäre ein anderes Werk aus alten Zeiten so lange aufbewahrt und immer wieder abgeschrieben worden, hätte dieses Werk die größte Bedeutung. Bei der Bibel hingegen gibt es so viele Kritiken, Anfeindungen und Verleumdungen wie sonst bei keinem klassischen Buch, das aus der Antike erhalten blieb.

Wer mehr hierüber wissen will, kann gerne bei den unten aufgeführten Quellen weiterlesen und sich informieren.

Für mich persönlich steht folgendes fest: Die Bibel ist wahr und sie ist göttlich inspiriert, auch wenn durch den jeweiligen – göttlich inspirierten – Schreiber das religiöse wie kulturelle Leben eingeflossen sind. Dies beeinträchtigt jedoch nicht die Wahrheit! Aus diesem Grund mag die eine oder andere Aussage nicht mehr ganz genau zu unserer heutigen Situation passen (die wenigsten von uns sind Bauleute, Landwirte oder Weinbauer), doch die Kernaussage in jedem einzelnen Buch bleibt weiterhin gültig und spricht auch in unser heutiges Leben hinein.

Manch andere Argumente, die ich oft zu hören bekam, behandelten das Thema, wie man zig-Jahre nach Jesu Tod über sein Leben und was er gesagt hat schreiben kann.

Bevor ich näher darauf eingehe möchte ich darauf hinweisen, dass die Menschen damals wesentlich weniger Eindrücke zu verarbeiten hatten. Es gab kaum Bücher (in der ersten Zeit der Bibel ohnehin nicht), kein Telefon, kein Fernseher, kein Internet. Die Menschen waren von dem Erzählten abhängig und so wissbegierig und aufnahmefähig, dass über viele Jahrhunderte hinweg, Kinder das Alte Testament auswendig lernten. Daher konnten Erzählungen, die die Menschen ihr gehört hatten, sorgfältig weitergegeben werden – was wir heutzutage nicht mehr so hinbekommen, da unsere Aufmerksamkeitsspanne viel zu groß ist.

Dies gesagt, gehe ich nun wieder auf das Neue Testament ein. Die vier Evangelien wurden von vier Männern aus unterschiedlichen Gründen geschrieben. Lukas war der einzige davon, der Jesus nicht persönlich gekannt und die drei Jahres Seines Dienstes mit ihm verbracht hatte. Aber er Grieche (Politik interessiert) und Arzt. Er war also gewohnt, zu analysieren und zu recherchieren. Und das tat er auch. So sprach er mit vielen Augenzeugen, verifizierte die Aussagen in den bis dahin entstandenen Texten und schrieb darauf hin sein Lukas Evangelium wie auch die Apostelgeschichte.

Jeder der vier Evangelisten (Evangelien werden die ersten vier Bücher im Neuen Testament genannt, in den das Leben und Wirken wie auch die gute Nachricht der Erlösung durch Jesu Leiden niedergeschrieben sind) hatte unterschiedliche Hintergründe und Beweggründe, sein Evangelium niederzuschreiben:

Matthäus richtet sich als ehemaliger Juden an Juden und möchte mit seinem Evangelium beweisen, dass Jesus wirklich der bereits im Alten Testament (das die Juden ja sehr gut kannten) angekündigt wurde, ist. Daher gibt es in seinem Evangelium auch so viele Querverweise ins Alte Testament und man kann immer wieder lesen „wie es geschrieben ist“.

Markus hatte die Absicht, das Werk und das Leben Jesu den in Rom lebenden Christen darzustellen. Dieses Evangelium wurde als aller erstes Buch über das Leben und Wirken Jesu Christi geschrieben und enthält auch die meisten Wunder. Markus konzentriert sich mehr auf die Taten Christi als auf Seine Predigten.

Lukas (Grieche, Arzt) schrieb seinen zuverlässigen Bericht über das Leben von Jesus Christus an Theophilus (Namensbedeutung: Einer der Gott liebt) und zielte auch auf Nicht-Juden (also auch Christen mit nicht jüdischem Hintergrund) ab. Sein Hauptanliegen war, Jesus Christus als vollkommenen Menschen (ohne Sünde, aber eben 100 % Mensch inkl. aller menschlichen Bedürfnisse) und Erlöser darzustellen. Er legt beschreibt Krankheitsbilder sehr genau (war ja schließlich sein Beruf) und hebt besonders Jesu Hilfe und Berufung (!) für und von Frauen hervor.

Johannes, der Jüngste der Jünger, die Jesus begleiteten, schrieb sein Evangelium, da es die ersten Irrlehren (heute als Gnostik bekannt) gab und er diesem Unsinn ein Ende setzen wollte. Daher legte er besonderen Wert darauf nachzuweisen, dass Jesus Gottes Sohn ist und dass alle, die an ihn glauben, ewiges Leben haben. Seine Beobachtungen richten sich sehr stark im Licht der Liebe (wie man auch an seinen drei Johannes-Briefen im Neuen Testament lesen kann. Er richtet sich an Suchende und neu zum Glauben gekommene Christen – damit sie eben nicht der damals sich verbreiteten Irrlehre der Gnostik anheimfallen.

Wenn man diese Hintergründe (hier ja nur knapp zusammengefasst) kennt, wird es klarer, wie es sein kann, dass sogar 70 Jahre nach dem Tod Jesu über Ihn und Sein Leben geschrieben wird.

Auch kann man im Johannes Evangelium können wir folgendes lesen (Neues Leben Bibel): Joh.14,26

„Doch wenn der Vater den Ratgeber als meinen Stellvertreter schickt – und damit meine ich den Heiligen Geist –, wird er euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Das ist eine sehr wichtige Aussage. Durch den Heiligen Geist konnten sich die Jünger wieder an die Reden von Jesus erinnern, dies den anderen / neuen Christen so weitergeben und so konnte es auch niedergeschrieben werden.

Ich gebe zu, als ich zum Glauben kam, war mir der Heilige Geist eine unbegreifliche und schwer fassbare Größe. Wie muss ich mir das vorstellen? Genauso schwer kann man jemanden Schnee oder weißen Strand und warmes, türkisblaues Meer und Palmen beschreiben, der entweder das eine oder das andere nie gesehen/erfahren hat. Als Kind war der Heilige Geist überhaupt nicht präsent. Als ich dann nach 35 Jahren Atheismus zum Glauben kam, war es halt immer noch diese unbegreifliche Sache. Hier ist es wie mit dem Schnee oder weißen Strand und warmes, türkisblaues Meer und Palmen: Wenn Du es nicht (erlebt) hast, kannst Du es nicht erfassen. Der Verstand mag zwar intellektuell in der Lage zu sein, festzuhalten, dass es da noch etwas gibt, aber was das ist und wie es wirkt bleibt dennoch außen vor. Ich konnte es erst begreifen, als ich den Heiligen Geist von Gott geschenkt bekam (das geschah bei mir nachdem – allerdings nicht unmittelbar danach – ich zum Glauben kam, aber es war weit vor meiner Taufe). Ich erhielt den Heiligen Geist, als ich für einen Taufgottesdienst am nächsten Tag (ich wiederhole, nicht meine Taufe) intensiv betete.

Ich kann den Heiligen Geist nicht beschreiben. Aber seither kann ich die Aussagen in der Bibel wirklich viel besser verstehen, als dies vorher der Fall war. Und daher kann ich auch glauben, dass die Bibel göttlich inspiriert ist. Denn auch im Alten Testament wurden bereits Menschen mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Und ich kann Ihnen eines aus tiefster Überzeugung sagen: Auch wenn ich müde bin, kann ich so viel Kraft durch das Lesen in der Bibel / von Gottes Wort schöpfen, das ich manchen Tag durchgestanden habe, an dem ich sonst wohl eher in eine Apathie gefallen wäre.

Die Bibel ist wahr! Sie ist so wahr und voller guter Aussagen und Hilfestellungen und toller Zusagen Gottes für mein (unser aller!!!!) Leben, dass ich mich freue, Zeit mit ihr zu verbringen oder Menschen die Aussagen in der Bibel durch den Blog oder das Predigen weiterzugeben.

Bibel lesen

Es gibt die unterschiedlichsten Arten, wie man sich der Bibel nähern kann. Man kann natürlich die Bibel (und hier gibt es einige Übersetzungen, so dass für alle Ansprüche – von äußerst intellektuell bis zu einfacher Sprache und für Kinder, Jugendliche und Erwachsene) selbst in die Hand nehmen und lesen. Ich habe unten ein paar Quellen hinzugefügt, damit Sie sich einen Überblick schaffen können.

Generell empfehle ich, laut zu lesen, da man dann nicht nur durch die Augen liest, sondern in diesem Moment noch die Sinne Sprache und Hören mit einbezieht und es so besser im Gehirn verankert und verarbeitet werden kann.

Und Sie müssen nicht beim Buch 1. Mose (Genesis) Kapitel 1 Vers 1 beginnen, sondern Sie können sich ein beliebiges Buch vornehmen und durchlesen – komplett, Kapitel pro Tag, ein Psalm pro Tag… – Sie sind frei. Die meisten Bibeln haben auch immer wieder kleine Überschriften, so dass Sie in einem Buch feststellen können, worum es in den nachfolgenden Versen handelt. Z.B. bei der Neues Leben Bibel steht beim Johannesevangelium Kapitel 14 über den Versen 15-31 die kleine Überschrift: Jesus verspricht den Heiligen Geist

In einem Jahr durch die Bibel: Manche Christen bestehen darauf, die Bibel jedes Jahr komplett durchzulesen. Hierfür gibt es unterschiedliche Bibel-Lesepläne. Aber es gibt auch eine Jahresbibel, in der alles schon für jeden Tag so vorbereitet ist, dass man nicht – wie mit den Leseplänen – immer wieder hin und her blättern muss. Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember gibt es Bibeltexte, die unterschiedlich zusammengestellt sind, damit keine „Langeweile“ entsteht.

Ich persönlich finde diese Idee gut, aber ich möchte Sie dennoch ermutigen, die Bibel nicht nur zu lesen, sondern sich auch mal Zeit zu nehmen und sich ganz intensiv mit den Texten, die Sie lesen auseinander zu setzen. Das Wort Bibelstudium erschrickt die meisten Menschen und oft genug ist die Herangehensweise an die Bibel in den Büchern über Bibelstudium auch sehr intellektuell/wissenschaftlich geprägt (die Bücher selbst sind oft verständlich geschrieben!) – was auch seine guten Seiten hat, da man so besser die Hintergründe der Entstehungszeit lesen und somit auch besser in die heutige Zeit/das eigene Leben umsetzen kann. Aber man muss kein Theologie-Studium ablegen oder denken, dass es in ein solches ausartet. Nein, Bibelstudium bedeutet, sich intensiv mit dem geschriebenen Wort Gottes auseinander zu setzen!

Fragen Sie sich dabei z. B. folgendes:
– Welche Charakterzüge Gottes können Sie hier erkennen?
– Welche Zusage macht Gott hier der Person?
– Wie hilft Gott der Person?
– Was kann ich hieraus über mich kennenlernen/ähnelt sich meine Einstellung der der Person in dem Text?
– Wie würde ich mich wohl an Stelle dieser Person verhalten? Würde ich lachen, zweifeln oder im blinden Vertrauen folgen? Würde ich zurücksehen oder mich auf die Hilfe Gottes verlassen?

Und das Gute ist – ach, eigentlich ist das sogar richtig toll! – dass Sie Ihre Erkenntnisse in der Bibel markieren dürfen! Sie können zart mit Bleistift unterstreichen oder wild herum malen, Notizen machen, sämtliche Farben verwenden…

Sie können beispielsweise Farb-Codes verwenden wie:
rosa/rot – Wer ist Gott (die unterschiedlichen Namen, Seine Charaktereigenschaften, Seine Taten/Handlungen, …)
orange – Gottes Zusagen (wem verspricht Gott was)
blau – Was ist für mich drin (so möchte ich leben/dahin will ich kommen/Gebot, das ich befolgen möchte)
grün – Hauptaussage / Wiederholungen von Phrasen oder Wörtern
gelb – Gebete in der Bibel

Ich persönlich halte mich selbst nur an blau als Farb-Code und alle anderen Merkmale des Textes mache ich mit den Farben, die mir in dem Fall gerade gut gefallen.

Es ist IHRE Bibel, mit der Sie Ihre Beziehung zu Gott vertiefen können. Sie sind völlig frei!

Beispiel, wie das Ergebnis nach einem intensiven Bibellesen aussehen kann

Bibel muss nicht teuer sein

Man braucht nicht unbedingt eine Studienbibel für knapp EUR 50 (oder mehr). Für knapp EUR 3 kann man schon eine Neue Übersetzung Bibel (NeÜ bibel.heute) erhalten, die eine flüssige Sprache, klare und prägnante Ausdrucksweise und somit unmittelbare Verständlichkeit, aber auch große Nähe zum Ursprungstext bewahrt und dennoch hilfreiche Erklärungen und Querverweise aufweisen kann.

Wer jedoch tiefer eintauchen und Gottes Wort besser verstehen will, kann gut unterschiedliche Übersetzungen von Bibeln haben, um den Inhalt eines Verses auf unterschiedliche Art und Weise zu verstehen. Wenn man noch weitergehen will, kann man sich ein Bibellexikon oder Kommentare zur Bibel kaufen. Auch hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, aus denen man auswählen kann.

Dann gibt es noch Andachtsbücher mit unterschiedlichen Auslegungen (von theologisch bis hin zu „in-den-heutigen-Alltag-hineinsprechend“) – auch speziell für Frauen.

Sie sehen, „Bibel“ ist kein trockenes, veraltetes Buch, das man nicht verstehen kann. Ich liebe die Bibel, es ist mein Lieblingsbuch! Und je mehr ich mich mit ihr auseinandersetze, umso mehr wachse ich im Glauben und ich erkenne immer wieder mehr an bereits gelesenen Versen und merke dann an mir selbst, wie stark ich schon im Glauben gereift bin.

Die Bibel ist eine wunderbare Erfahrung und wirklich ein Rettungsanker in der Not.

Ich hoffe, dass dieser Blogbeitrag hilft, dass Sie Ihre Scheu – vielleicht auch Ihre negative Einstellung (Dank früherer Erfahrungen mit Kirche, „Religiösen/Christen“, Religionslehrern) oder Ihre wie auch immer begründete Abneigung gegen die Bibel – vor der Bibel verlieren, sie einfach mal in die Hand nehmen und beginnen darin zu lesen. Und wenn Sie damit (wieder) Neuland betreten, empfehle ich Ihnen, dass Sie wie folgt vorgehen – lesen Sie die nachfolgend aufgeführten Bücher in dieser Reihenfolge:
1) Johannes Evangelium
2) 1., 2. und 3. Johannesbrief
3) Kolosserbrief
4) Epheserbrief
5) Psalmen (die uns in Gottes Gegenwart bringen: 29; 95,1-7a; 96;100 – über das Leben mit Gott: 1; 19; 24; 133; 136; 139 – Loblieder: 8; 97; 103; 107; 113; 145; 150 – für schwierige Zeiten: 3; 14; 22; 37,1-11; 42; 46; 53; 116,1-7 – der Zuversicht und des Vertrauens: 23; 40,1-5; 91; 119,11; 121; 127 – Bußpsalmen/über die Vergebung: 32,1-5; 51; 103)
Meine Lieblingspsalme sind u.a. 23, 63, 91 und 92 und Trost finde ich oft in den Psalmen 30; 31; 34.

Ich verhehle nicht, dass es besonders im Alten Testament immer wieder Abschnitte gibt, die mich regelrecht anekeln: Das Opfern von Tieren, das Lähmen von 10.000 Pferden nach gewonnenem Kampf, das Töten von allen Menschen und Tieren nach Einnahme einer Stadt, das geht stark gegen meine humanistische Einstellung. Aber früher war das ganz normal. Lesen Sie mal ein Buch über Dschingis Khan, Marco Polo oder andere historische Schriften. Ich muss es als „für damalige Zeiten normale“ Vorgehensweise akzeptieren, aber es bedeutet nicht, dass ich so handeln muss! Dafür gibt es neben solchen Teilen auch so viele wunderschöne Texte über die Liebe Gottes zu uns Menschen, die mir schlichtweg die Sprache verschlägt. Und wenn man genau liest, entdeckt man sogar in den Anfangskapiteln der Bibel (also 1. Mose/Genesis) so viel, was man über schönes über Gott, Seine Liebe zu uns und auch Parallelen zu meinem heutigen Leben / meinen Einstellungen entdecken, kann, was ich nie für möglich gehalten hätte.

Egal, ob Sie sich als Christ bezeichnen oder Christ sind (es gibt Unterschiede!), ob Sie Atheist sind oder Suchender, ob Sie einer anderen Religion oder Weltanschauung angehören oder nicht. Egal, was Ihre Umgebung (Ehepartner/Familie/Freunde) sagen wird, lassen Sie sich doch einfach mal darauf ein, die Bibel in der von mir vorgeschlagenen Reihenfolge zu lesen. Ganz neutral, wie sie jeden anderen Roman auch lesen würden. Wenn Sie danach neugieriger wurden, können Sie sich auch die anderen Bücher in der Bibel zuwenden.

In Ländern oder bei einer Religionszugehörigkeit, in denen/der Sie allein durch den Besitz einer Bibel schon mit dem Leben bezahlen können/werden – seien Sie bitte äußerst vorsichtig und erzählen Sie niemanden davon, dass Sie (a) eine Bibel haben oder (b) gar darin lesen!!!!

Weite Quellen
https://www.alpha-buch.de/catalogsearch/result/?q=bibel
https://www.alpha-buch.de/catalogsearch/result/?q=andachtsb%C3%BCcher
https://www.alpha-buch.de/product/09783869540672/bibellese-am-morgen-und-am-abend.html
https://www.alpha-buch.de/catalogsearch/result/?q=jahresbibel
https://www.alpha-buch.de/catalogsearch/result/?q=bibelstudium

https://de.wikipedia.org/wiki/Bibel
https://theology.de/schriften/bibel/index.php
https://www.die-bibel.de/
https://www.bibleserver.com/

Interessante Zeiten – Trost im Glauben finden

Herrje, seit dem letzten Blogbeitrag sind über dreieinhalb Monate vergangen…
Jetzt kommt wieder Regelmäßigkeit ins Leben.

Ich verlasse mich dabei ganz auf Gott: Als ich heute vom Nachmittagsspaziergang mit dem Hund zurück kam, sprach mich ein mit Einkaufstaschen beladener Nachbar an und meinte, dass es verrückt ist, wie viele Regale leer sind. In der Tat halte auch ich diese Hamsterkäufe für verrückt – wobei das jeder für sich (und ggf. auch seine Familie und anderen Abhängigen) selbst entscheiden muss. Zumindest tauschten wir uns diesbezüglich aus und stellten fest, dass wir ähnlich denken. Doch dann sah er mich an und meinte: Sie haben überhaupt keine Angst, nicht wahr!?! – Nein, bestätigte ich.

Ich tue, was ich kann und was nicht mehr in meiner Hand/Verantwortung liegt, gebe ich in Gottes Hände. Ich habe genug eigene Baustellen, ich muss nicht noch künstlich etwas hinzufügen, über das ich überhaupt keine Kontrolle habe (außer eben dem, was ich beeinflussen kann). – Als ich von meinem Gottvertrauen sprach, sagte er, dass es ganz gut sei, wenn man glaubt. Offensichtlich tut er es nicht. Und ich sagte: „Ja, Glaube spendet Trost!“

  • Glaube spendet Trost, wenn man Trost braucht.
  • Glaube spendet Kraft, wenn man meint, keine eigene Kraft mehr aufbringen zu können.
  • Glaube gibt Freude über jede kleine Gabe, die Gott uns jeden Tag neu schenkt und entdecken lässt.
  • Glaube hilft, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln und weiter auszuarbeiten.
  • Glaube hilft, dass Leben zu genießen, egal, wie es gerade läuft (also auch in Not-Zeiten).
  • Glaube = Liebe (für Gott wie auch für Gottes wunderbare, vielfältige Schöpfung)

Wie wäre es, wenn Sie sich mal Psalm 91 in Ruhe durchlesen – gerne auch mehrmals. Dann können Sie erkennen, wie viel Trost Glaube spenden kann und wie wunderbar Gott ist. Amen.

Psalm 91 (LUT 2017 Übersetzung)

Gnadenmittel – Abendmahl/Gemeinschaft

Das Wichtigste beim Einnehmen des Abendmahls ist nicht nur die Gemeinschaft mit anderen Geschwistern, sondern es geht dabei um die Erinnerung an Jesus und sein Opfer. Auch hier müssen wir uns also immer wieder vor Augen halten, uns auf Gott(es Sohn) zu konzentrieren und nur Ihn zu suchen und nichts anderes.

Das ist so leicht gesagt, aber nicht unbedingt leicht umzusetzen. Ich gebe zu, dass es mich immer wieder bedrückt, dass Jesus ein solches Opfer brachte. Ich halte mich meist nicht für wertvoll genug dafür. Doch genau das ist es, was ich im Denken ändern muss. Denn auch wenn ich mich nicht für wertvoll genug halte, so sieht Gott das ganz anders!

Für Gott ist ein jeder Mensch wichtig und wertvoll!

Und daher war/ist auch ein jeder Mensch für Jesus wichtig und das gab ihm die Kraft, Gottes Willen zu folgen und diesen schmachvollen Tod auf sich zu nehmen. Um uns die Sünde zu nehmen und uns wieder eine direkte Gemeinschaft mit Gott zu ermöglichen.

Die Gemeinschaft mit anderen Christen ist in der Hinsicht wichtig, dass man sich gegenseitig ermutigt (im Glauben zu bleiben, in schwierigen Zeiten zu unterstützen) und auch mal bei Bedarf ermahnt (damit wir nicht vom richtigen Weg abkommen).

Das Heilige Abendmahl verbindet beides: Die Gemeinschaft mit anderen wie auch die Erinnerung an das Opfer Jesu.

Gott gab uns die Gnadenmittel (ich habe mich nur auf die drei wichtigsten beschränkt). Doch er gab sie uns nicht, damit wir unsere To Do-Liste auffüllen können. Er tat es auch nicht, damit wir das Gefühl haben, dass wir diese Gnadenmittel nur in unser Leben integrieren müssen, um uns seine Gnade zu erarbeiten. Nein, nein, nein!

Gott gab uns diese Gnadenmittel aus Seiner Liebe und Gnade und Barmherzigkeit heraus. Wir können nichts tun, um Seine Liebe und Gnade und Barmherzigkeit zu verdienen oder zu vergrößern!

Diese Gnadenmittel wurden uns Menschen gegeben, damit wir Gemeinschaft mit Gott haben, Seine Liebe zu uns erkennen, andere (auch die schwierigen Menschen in unserem Leben!) lieben und die gute Nachricht von Jesu Opfer und unsere Errettung verkündigen können.

Je mehr wir Gott kennenlernen, umso mehr können wir werden wie Er – werden, wie Er uns gedacht hat.

Gnadenmittel – Bibellese

Selbst in der Bibel heißt es immer wieder, dass wir in Gottes Wort bleiben sollen. Mit anderen Worten: Wir sollen die Bibel lesen.

Früher, gab es keine Bibel, da mussten die Leute die Bibel auswendig lernen oder sich auf die Menschen verlassen, die sie auswendig kannten. Und selbst mit der Erfindung des Buchdrucks wurde es nicht einfacher, denn die Bibel wurde immer noch in Latein oder Griechisch gedruckt und das normale Volk hat diese Sprache nicht gelernt. Martin Luther änderte das und setzte sich dran, die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen. Auch in England und in anderen Ländern gab es Menschen, die sich an diese Aufgabe setzten – und deshalb stark verfolgt wurden, denn die Obrigkeiten der damaligen (röm.-kath.) Kirche sahen darin einen möglichen Machtverlust. Es kann ja nicht angehen, dass das gemeine Volk selbst die Bibel lesen kann. Man könnte einige Aussagen der Prediger (die ihnen ein gutes Leben bescherte) auf einmal wiederlegen.

Tja, und als Frauen hatte man selbst danach noch lange Zeit ein Problem, da Bildung für Frauen als nicht notwendig erachtet wurde. Zum Glück haben sich diese Zeiten – zumindest in den westlichen Gefilden dieser Welt – geändert:

  • Mädchen dürfen zur Schule gehen und Lesen lernen.
  • Mädchen/Frauen dürfen eine eigene Meinung haben und inzwischen sogar wählen.
  • Die Bibel ist leicht verfügbar und das auch in den unterschiedlichsten Übersetzungen, so dass für jeden etwas dabei ist: Dem Traditionisten (Luther Bibel 1984 oder Schlachter 2000), den Jugendlichen (Hoffnung für alle), den Kindern (es gibt unterschiedliche Kinderbibeln für Kinder aller Altersstufen) und es gibt auch Bibeln in einfachem Deutsch, so dass es auch neuen Gläubigen möglich ist, die Bibel zu verstehen (Neues Leben Bibel, Gute Nachricht, Neue Übersetzung).

Ja, es gibt zum Beispiel die Neue Übersetzung Bibel für EUR 2,99. Man kann also nicht sagen, dass man wirklich tief in die Tasche greifen muss, um sich eine Bibel leisten zu können. Und obwohl sie einfach geschrieben und so günstig ist, hat auch die Neue Übersetzung Bibel Querverweise zu anderen Bibelstellen und Erklärungen.

John Wesley bezeichnete die Bibel als ein Gnadenmittel, denn wir können immer wieder auf sie zurück greifen und darin lesen. Und das sollten wir nicht nur einmal im Jahr tun, um die Weihnachtsgeschichte (Lukas 2) zu lesen, sondern wir sollen sie täglich lesen. Und ich kann Ihnen versichern, selbst im Alten Testament, das mir früher immer so fremd und nicht in mein Leben hinein sprechend vorkam, fand ich mich so oft wieder (positiv wie negativ), erkannte ich so oft, wie Gott immer und immer wieder Gnade walten ließ und Hilfe gab. Wir müssen uns einfach nur hinsetzen und sie lesen.

Und wenn dazu keine Zeit ist, dann sollte man sie sich anhören. Es gibt zum Beispiel die kostenlose App „YouVersion„, bei der es täglich einen „Vers des Tages“ (nicht analog zu den Losungen!), diverse Bibelstudien-Pläne für 3 – 31 Tage (motivierend, erfrischend, erhellend) und eben auch die Bibel gibt. Und wenn man direkt zur Bibel geht, kann man sie sich auch vorlesen lassen. Ideal für die Bahn- oder Busfahrt, für die Zeit kurz vor dem Schlafengehen…

Das Lesen der Bibel vertieft nicht nur unsere Beziehung mit Gott indem wir Ihn besser kennenlernen, sie vertieft auch die Beziehung zu uns selbst. Ich habe manches über mich kennengelernt, was mir meine Freunde (leider) nie sagen würden oder was ich selbst nie über mich gesagt hätte, es aber gut tut, es zu lesen, weil es mir zeigt, dass ich gar nicht so schlecht bin.

Und wissen Sie was? Wenn Sie mal das Gefühl haben, dass Sie ein paar Tage lang faul waren, sich haben ablenken lassen oder aufgrund von Krisen einfach keine Zeit da war, so kann ich ihnen versichern: Selbst die ach-so-berühmten-Gottesmänner hatten ihre Zeiten, in denen sie nicht so perfekt waren. Und wenn wir die Geschichten über diese Herren lesen, werden wir erkennen, dass wir im Vergleich zu deren Fehlern, vermutlich gar nicht so übel sind. Und wenn diese Männer trotz Ihrer Verfehlungen dennoch im Glauben bleiben konnten und dennoch eine Beziehung zu Gott hatten und Gott mit Ihnen war, dann können wir auch sicher sein, dass Gott auch mit uns eine Beziehung haben will und mit uns ist – egal, wo wir uns gerade auf unserem Lebenspfad befinden. Wir können nicht so weit unten sein, dass Gott uns nicht finden kann und nicht von uns gefunden werden will.

TIPP: Um die Bibel besser zu verstehen, um sie zu studieren, empfehle ich, ein Bibel Journal zu führen. Es gibt die unterschiedlichsten Arten, wie man ein Bibel Journal führen kann. Anbei zwei Links, in denen Sie sich mehr damit beschäftigen können. Ich selbst kam über die YouTuberinnen Ashley und Taylor Krause (#CoffeeandBibleTime) zum Führen des Bibel Journals und ich muss sagen, ich habe seither viel gelernt. Selbst über das Bibelstudium selbst und die unterschiedlichen Arten, wie man das machen kann. Schauen Sie sich um, recherchieren Sie und finden Sie kombinieren Sie die für Sie richtigen Techniken, um die Bibel zu lesen, zu verstehen und zu studieren.

Bible Journal Guide: Tips, Prompts, Ideas and Examples by Josh Applegate (Englisch)
Simplest Way to Study your Bibel by Coffee and Bible Time (Englisch)
Bibelstudium.de (Deutsch) (Tipps und Informationen)

Gnadenmittel – Gebet

Heute war ein herrlicher Novembertag: Neblig! Zumindest in der Nacht und am Morgen.

Und mir fiel ein schöner Vergleich ein: Gebet ist wie ein sanfter Nebel, der sich auf die Erde legt und alles einhüllt. Nebel bringt Milde, wo bei klarem Wetter Frost herrscht. So ist es auch mit Gebet. Denn das Gebet macht uns Gottes Gegenwart bewusst, Seine Gegenwart umhüllt uns und schirmt die Kälte der säkularen Welt von uns ab.

In Lukas 5,16 wird es sogar als „Gemeinschaft mit Gott in der Einsamkeit“ bezeichnet:

„Er aber zog sich zurück in die Wüste und betete.“

Jesus, der Sohn Gottes, der ganz Mensch und ganz Gott war/ist, zog sich regelmäßig zurück in die Einsamkeit, um Gemeinschaft mit dem Vater zu haben. Oft früh morgens – wie es Seine Gewohnheit war – liest man oft im Evangelium. Aber eben auch nach einem anstrengenden Tag voller Predigen und Heilen. Wenn es für Jesus unerlässlich war, sich regelmäßig/täglich intensiv durch Gebet in Gottes Gegenwart zu begeben und Gemeinschaft mit dem Vater zu haben, wie viel mehr müssen wir, die wir „nur“ Mensch sind, diese Gemeinschaft suchen, um in dieser säkularen Welt voller Egozentrik zu überleben?

Viele Menschen stellen sich Gebet bzw. Gebetszeit langweilig vor. Und wissen Sie was: Mir ging es früher nicht anders. Als ich noch Atheistin war, war es ohnehin undenkbar für mich. Aber selbst als ich zum Glauben kam, konnte ich mir nicht vorstellen, eine Gebetszeit zu halten. Aber wissen Sie was: Es gibt kaum etwas, was einen mehr entspannen und aufbauen kann, als eine Gebetszeit.

Und machen Sie sich keinen Kopf, welche Gebetsstellung Sie einnehmen sollen. Gott ist es egal, ob Sie sitzend, kniend, stehend (mit oder ohne ausgebreiteten Armen) oder liegend beten. Ob Sie die Gebete laut aussprechen oder still im Herzen beten. Ob Sie staunend und bewundernd durch die Natur spazieren oder ob Sie Ihre Gebete lieber aufschreiben. Eines ist sicher, Gott hört sie. Denn Gott weiß, was in Ihrem Herzen ist und was Sie berührt.

Anfangs kommt es einem lange vor. Man glaubt, nach 5 Minuten schon alle Gebete gesprochen zu haben. Aber das ändert sich. Denn mit der Zeit ist das Gebet/die Gebetszeit kein Punkt mehr, den man „abarbeitet“. Doch das ändert sich mit der Zeit. Man arbeitet die Gebete nicht mehr ab. Man genießt sie!

Doch Gebet ist nicht nur, dass man Gott zu textet. Nein, Gebet hat unterschiedliche Aspekte:

  • Bitte
  • Fürbitte (sehr wichtig, auch an andere zu denken)
  • Zuhören (Gott will auch mit uns reden und nicht nur zuhören müssen)

Bedenken Sie, dass Gebete nicht nur persönlich sind, sie können auch transformieren. Insbesondere, wenn Sie Gott die Möglichkeit geben, auch zu Ihnen zu sprechen. Dann haben Sie die Möglichkeit, Seinen Plan für Ihr Leben zu leben. Und glauben Sie, das bedeutet, dass Ihr Leben viel aufregender wird, als Sie es sich hätten vorstellen können.

Ich empfehle Ihnen, ein Gebets-Journal zu führen. Schreiben Sie auf, wofür Sie gebetet haben. Und halten Sie fest, wenn ein Gebet erhört wurde. Wenn man darauf achtet, wird es wirklich interessant, wie viele Gebete erhört werden. Wenn es auch nicht immer so verläuft, wie man es sich gedacht hat. Denn vor einem sollten Sie sich hüten: Schränken Sie Gott nicht ein. Geben Sie Ihm kein Limit, keine Frist und versuchen Sie nicht, die Antwort auf Ihr Gebet vorzuschreiben. Lassen Sie sich überraschen. Gott hat mehr Phantasie und Weitsicht als Sie und ich es je haben können.

Das setzt aber voraus, dass Sie Gehorsam üben müssen. Vermutlich der schwierigste Teil im Leben. Bei Weitem jedoch der besser Teil.

Gnadenmittel – Einführung

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bin dankbar!

Ich danke Gott

  • für den goldenen Oktober, den wir hatten.
  • für den schönen (nassen) November, den wir bisher haben (ich liebe Regenwetter, auch wenn mein Hund das anders sieht).
  • für meine Tiere.
  • für meine kleine Wohnung, da ich darin ehemaligen Straßentieren ein Heim bieten kann und sie auch mir Schutz und Wärme bietet.
  • für fließendes Wasser, das ich je nach Bedarf oder Laune jederzeit auch warm zur Verfügung habe.
  • für die Menschen, die Gott mir zur Seite stellt.
  • für meinen Arbeitsplatz und dass er mich immer wieder bewahrt.
  • dass ich hier geboren wurde und als Frau nicht als wertlos erachtet werde, sondern schon als Kind die gleichen Ausbildungschancen wie die Jungs hatte.
  • für die Gnade, die Gott mir jeden Tag wieder gewährt.

Es gibt tausende Dinge, für die wir Gott dankbar sein können. Die meisten erachten wir als selbstverständlich. Aber so selbstverständlich sind die gar nicht.

Viele sagen: „Wieso soll ich Gott danken, ich arbeite schließlich für mein Geld, damit ich mir die Wohnung und mein Leben gestalten und unterhalten kann.“

Aber ist es wirklich so selbstverständlich, dass man einen Arbeitsplatz hat? Dass man eine Wohnung hat, die man bezahlen kann und dennoch Geld zum Leben übrig bleibt? Ist es selbstverständlich, dass man zwar seine täglichen Herausforderungen durch/mit andere/n Menschen erlebt, aber dennoch nicht in so eine Krise rutscht, dass man sich in Alkohol oder Drogen flüchtet (was meistens mit sich bringt, dass das Leben außer Kontrolle gerät und man sich auf einmal auf der Straße wieder finden kann)?

Heutzutage erleben wir alle zwei bis drei Monate eine Krise. Krisen schütteln uns ordentlich durch, doch sie können hilfreich sein, denn sie sorgen dafür, dass wir die bequeme Komfortzone verlassen müssen. Wir können durch sie wachsen.

Klarstellung: Ich behaupte nicht, dass diese Krisen von Gott kommen, dass Gott das Böse zulässt und er stillschweigend daneben steht, wenn uns etwas schlechtes/schreckliches widerfährt. Auf gar keinen Fall ist das meine Meinung!

Aber Krisen gibt es. Es passieren auch schlechte Dinge im Leben. Und es passieren auch schreckliche Ding im Leben eines jeden von uns. Das geht jedem einzelnen Menschen auf dieser Welt so.

Es gibt jedoch Unterscheidungsmöglichkeiten: Wie wir damit umgehen!

Jammern wir und bleiben wir für den Rest unseres Lebens in diesem schlimmen Augenblick gefangen und wachsen nicht mehr als Mensch und/oder im Glauben? Sehen wir nur noch das Negative und fühlen uns allein gelassen?

ODER

Akzeptieren wir den Schmerzen und bemühen uns, nicht auch noch unsere Zukunft davon beeinträchtigen zu lassen? Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern und der Schmerz kann immer wie ein Dorn in uns sein und eine Narbe auf unserer Seele sein. Ich sage gar nicht, dass es einfach ist, über schreckliche Erfahrungen hinweg zu kommen. Es ist immer wieder ein Prozess und Prozesse brauchen ihre Zeit! Aber ich sage, dass es möglich ist. Aus eigener Erfahrung.

Die Frage ist also, wie wir damit umgehen, wenn uns schlimme/schreckliche Dinge wiederfahren. Glauben wir dem Teufel, der uns in dem Schmerz gefangen halten will? Oder glauben wir Gott, dass Er immer bei uns ist und hält und uns Kraft gibt, auch wenn er die Tat nicht verhindern konnte?

Ich entscheide mich zu Letzterem. Ich halte mich an Gott. Denn Gott hält mich!

Da mir klar ist, dass ich im Moment des Schmerzes nicht wirklich klar denken kann, bin ich Gott auch für seine Gnadenmittel dankbar, die Er mir zur Hand gibt, damit ich eine Beziehung zu Ihm haben darf und Er mir immer wieder sagen kann, dass ich nicht alleine bin.

John Wesley, englischer Erweckungsprediger, definierte drei Gnadenmittel, die Gott uns zur Verfügung stellt:

  1. Gebet (allein im stillen Kämmerlein wie auch mit anderen in Gemeinschaft)
  2. Bibelstudium (lesen, hören und darüber nachsinnen)
  3. Abendmahl (Speisen bewusst in Gedenken an Jesus zu sich nehmen)

In den kommenden Wochen werde ich in meinen Beiträgen einzeln auf diese drei Gnadenmittel eingehen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit und Dankbarkeit im Herzen!

Zur Ruhe kommen

Urlaub. 7 Tage frei. Ich dehnte diesen Urlaub (ich habe noch zwei Tage!) letztes Wochenende kurzfristig auch auf den Blog aus.

Es ist wichtig, dass man auch mal zur Ruhe kommt. Das gilt für Jung und Alt. Wobei – Sie haben es bestimmt auch schon bei Ihrem Notebook, einer Fernbedienung oder der Kamera gemerkt – es sich mit voranschreitendem Alter so verhält, dass die Akkus schneller leer werden und man sie häufiger aufladen muss. Bei uns Menschen ist das nicht anders. Auch wenn ich es früher nie glauben wollte, aber meine Akkus sind wesentlich schneller leer als sie es noch vor 3, 10 oder 15 Jahren waren.

Ich stolperte – wie es häufig passiert, wenn man sich gezielt Videos auf YouTube ansieht – über einen Beitrag über ein wunderschönes, kleines Haus aus Holz mit vergipsten Wänden namens „Innermost House“, das mitten in einem Wald in Nordkalifornien steht. Ohne Stromanschluss und somit ohne viel Ablenkungsmöglichkeiten. Ein Ort, an dem man sich hervorragend zurückziehen kann – und das, ohne sich zu langweilen, denn es war zwar sehr klein, aber es hat eine tolle Bibliothek!

Nun, mich zieht es nicht unbedingt über den großen Teich, aber so ein kleines Holzhaus (ich liebe Holz!!!) in einer ruhigen ländlichen Gegend würde mir durchaus gefallen. Kein Strom ist kein Problem für mich – denn ich lebe bereits über zehn Jahre ohne Kühlschrank und habe gelernt, wie man was wie lange aufbewahren kann. Und auf einer einzigen Stelle im Kamin zu kochen schockiert mich auch nicht. Solange ich genug Bücher und einen Platz zum Schreiben habe, bin ich glücklich.

„Aber die Wäsche!“ warf mein Vater ein, nachdem ich den Eltern bei deren Besuch die Videos gezeigt hatte. Hm ja, Wäsche, da gibt es bestimmt eine Lösung, dachte ich. Und ja, es gibt sie. Es gibt Hand-Waschmaschinen, die wie übergroße Salatschleudern aussehen und mit denen man auch waschen kann. Also kann ich auch bei einem solch schönen Ort (ohne Strom) den Luxus sauberer Kleidung genießen. Und dass man nicht bügeln kann ist nun wirklich nichts, was mir fehlen würde.

Was mir anfangs bestimmt fehlen würde, ist die Tatsache, dass ich mir nicht mal eben einen Film ansehen kann – weder aus Langeweile, noch, um mich vor einer ungeliebten Aufgabe zu drücken. Und ich gebe zu, dass ich mich damit recht schnell ablenke. Doch auch das ist eine reine Gewohnheit. Ebenso wie die Nutzung von Telefon und Computer Gewohnheiten sind. 2009 besann ich mich aufgrund einer Erfahrung, wie schnell das Leben vorbei sein kann und sagte in kurzer Zeit der Oberflächlichkeit ab: Telefon und Internetanschluss wurden gekündigt. Ich hatte nur noch ein Mobiltelefon, sodass ich im Notfall andere (z. B. die Firma, wenn ich krank war) erreichen konnte oder um mich mit den Eltern zu einem Treffen in Frankfurt oder Mannheim zu verabreden. Fernseher und Kühlschrank waren ohnehin bereits abgeschafft. Ich hatte keine Langeweile!

Ein wenig sehnsüchtig denke ich jetzt an diese Zeit zurück. Ich hatte sie ganz vergessen. Ich hatte die Ruhe vergessen. Und Ruhe, das ist etwas, wonach ich mich sehne.

Einladung…

Quelle: https://www.pinterest.de/meadowsongs/innermost-house-michael-and-diana-lorence/?autologin=true

Dieses Bild ist wie eine Einladung. Jetzt kann ich natürlich entscheiden, ob dieser leere Sessel eine Einladung für Jesus ist, dass ich Ihn in mein Leben hinein einlade (statt Ihm nur zu bestimmten Zeiten die Tür zu meinem Leben zu öffnen und Ihn ansonsten draußen zu lassen) ODER ob es eine Einladung Gottes ist, sich in Ruhe hinzusetzen und Ihm die Möglichkeit zu geben, mit mir zu reden und Gemeinschaft mit mir zu haben.

Gemeinschaft…

Zwei, sich gegenüber stehende Sessel. Das ist das Wohnzimmer. Und mehr braucht es nicht, wenn man eher zurückgezogen lebt. Für das Ehepaar, das in dem Haus einige Jahre lebte, war es hervorragend. Auch sie konnten Gemeinschaft haben, ohne durch andere Dinge abgelenkt zu sein. Und man kann einiges tun: Miteinander reden, lesen oder einfach nur dem Feuer im Kamin zuhören und ein heißes Getränk genießen…

Ich will zurück zu dieser Ruhe. Und Gemeinschaft mit Gott haben. – Wenn ab und zu ein Mensch im Sessel gegenüber sitzt ist mir das natürlich auch recht. Schließlich ist Gott immer um uns herum, wir beachten Ihn nur zu selten und sind uns dessen nicht immer bewusst.

Hier ist der Link zu einem der Videos über „Innermost House“: https://www.youtube.com/watch?v=lDbrUk2xYBo&list=FLib5cHWgdpOkcDyGBvQ7TGQ&index=5&t=0s

Hilfe in schlechten Zeiten – Gott

Eines ist sicher, wenn man einen Blog schreibt, in dem es um Gott, den (christlichen) Glauben, das Leben, Minimalismus, Lebensstil(e) etc. geht, fällt es manchmal wirklich schwer, sich in einem Beitrag auf nur ein oder zwei Themen konzentrieren. Bei mir besteht zumindest die Gefahr, dass ich sonst viel zu sehr ausschweifen würde und man wüsste am Ende gar nicht mehr, was denn nun die eigentliche Aussage des Blogbeitrags ist/sein soll. Aus diesem Grund bemühe ich mich, nicht allumfassend auszuholen, sondern mich auf die derzeit wichtigsten Themen zu konzentrieren.

Mich beschäftigen in den letzten Wochen einige Themen sehr intensiv und es fasziniert mich immer wieder, wie diese beim Bibelstudium, durch (Hör)Bücher oder bei Predigten angesprochen werden, ohne dass es hier koordinierte Pläne oder irgendwelche Absprachen gibt.

Gottes Wege sind unergründlich („aber sie führen immer zum Ziel
 – wie Heinz Rühmann alias Pater Brown seinem Bischof konterte).

Einerseits möchte ich es mir gemütlich machen. Es ist Herbst* und somit genieße ich den kleinen Luxus wie heißen Tee, Kerzenlicht, einfaches aber warmes Essen, alte Krimi-Hörspiele oder die Ruhe in der Wohnung. Ich lese Bücher, wie man diese Gemütlichkeit vielleicht auch auf andere Weisen genießen könnte. So lernte ich ja auch den dänischen Lebensstil Hygge kennen. Neben all dem vergesse ich aber nicht das Lesen in der Bibel bzw. das Studieren der Bibel. Immerhin will ich eine feste Beziehung mit Gott haben und dazu muss ich ihn so gut wie möglich kennen(lernen). Das kann ich nur, wenn ich sein Wort studiere und Zeit mit ihm verbringen.

*Ich bin ein Herbst/Winter-Mensch und somit bei dem grauen, regnerischen Wetter und den kurzen Tagen vollkommen in meinem Element!

Andererseits geht es mir seit dem Sommer nicht so gut. Es ist nichts gravierendes, um das man sich Sorgen machen müsste, doch mir reißt es immer wieder ohne Vorwarnung den Boden unter den Füßen weg. Und ich muss dann jeden Tag wieder von vorne aus dem tiefen Loch herauskraxeln. Ich verstehe gar nicht, wie ich das in den 20ern ohne Glauben geschafft hatte. Heute wäre ich – ohne meinen Glauben und Gott – gar nicht mehr da, um diesen Beitrag zu schreiben. Und daher sind für mich auch die Themen wichtig, wie man im Glauben bleiben kann, wenn die Zeiten nicht entspannt und gemütlich sind.

Es gibt verschiedene Ursachen, warum die Zeiten nicht so gut sind und die uns immer wieder (ver)zweifeln lassen. Es sind Anfechtungen des Teufels, der uns von Gott wegtreiben will. Es sind Ruhe-Zeiten Gottes, in denen Gott zwar bei uns ist und im Verborgenen wirkt, aber wir können von uns aus nicht seine Nähe spüren und verlieren dadurch unseren inneren Frieden. Es sind Umstände, die durch die Entscheidungen von Menschen in unserem Umfeld getroffen werden, die wir nicht beeinflussen können, die uns aber das Leben schwer machen. Die Ursachen schlechter Zeiten sind so individuell und verschieden wie wir alle.

Was in schlechten Zeiten ganz, ganz wichtig ist, ist, im Glauben zu bleiben und bei Gott zu bleiben. Ich weiß genau, dass es sehr leicht gesagt ist, aber eine enorme Willenskraft braucht, dies wirklich zu tun. Man hat das Gefühl, als ob eine riesige Mauer zwischen einem selbst und der Bibel ist. Gott ist nicht mehr fühlbar. Doch um Gefühle geht es bei der Beziehung mit Gott nicht. Es geht um Glauben. Gefühle sind flatterhaft – Glaube ist standhaft. So muss ich mich also in schlechten Zeiten zwingen, den Glauben wichtiger zu nehmen als meine negativen Gefühle.

Es ist jedes Mal wieder bemerkenswert zu erkennen, dass die Gefühle sich verbessern, wenn ich mich – entgegen der ursprünglichen Gefühle – gezwungen habe, in der Bibel zu lesen / zu beten / Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben. Würde ich den Gefühlen folgen, würde ich mich daheim einigeln. Decke über den Kopf und im Bett bleiben. Aber damit würde ich meiner Beziehung mit Gott schaden. Also muss mein Verstand/Wille meine Gefühle überrumpeln und ich muss auf Jesus vertrauen, der sagt:

„Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.“
Johannes 15,7 (Luther 1984)

Seien wir ehrlich, was wollen wir denn, wenn es uns schlecht geht, wenn es schlechte Zeiten sind? Wir wollen, dass es wieder besser wird. Dass wir die schlechten Zeiten möglichst bald hinter uns lassen können und die guten Zeiten wieder kommen.

Genau das passiert, wenn wir auch dann in Gottes Wort bleiben (die Bibel lesen/studieren) und beten, auch wenn wir uns nicht danach fühlen und uns am liebsten nur irgendwie ablenken/berieseln lassen würden. Wenn wir dem Glauben mehr Beachtung schenken als den Gefühlen, kommen wir auf alle Fälle wieder in gute Zeiten. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht in den nächsten Wochen, doch es wird eher geschehen, als wenn wir unseren Gefühlen freien Lauf ließen.

Zeit mit Gott zu verbringen, kann eine kunterbunte Erfahrung sein!